Diskografie

Neue CD – Januar 2021

So wied weg, 2021, 12 Titel + Bonus Track, 51:02 Min., 15 € inkl. Versand

Jan Cornelius‘ 19tes Album mit plattdeutschen Liedern ist anders als anders. Es ist ein Tondokument, entstanden unter Bedingungen der Corona-Pandemie, beeinflusst durch „social-distancing“, geprägt vom kulturellen Lockdown und dem festen Willen, sich als Mensch und Musiker nicht unterkriegen zu lassen.

Die CD  enthält 12 Stücke sowie einen Bonus-Track und wurde – den Umständen geschuldet – völlig virtuell erstellt, ohne dass sich Jan Cornelius und seine Dreeklang Ensemble Mitglieder Christa Ehrig und Klaus Hagemann je vis-à-vis gesehen haben. Und trotzdem gelang es ihnen – jeder von seinem Zuhause aus – miteinander Musik zu machen. „Ein spannendes Erlebnis, weil so ganz anders an die Arrangements der Lieder herangegangen wurde, als für ein Live-Konzept.“ sagt dazu Jan Cornelius.

Der Titelsong „So wied weg“ (1) entstand im März 2020 und ist musikalisch und textlich unmittelbar von den Auswirkungen des Lockdowns und den Folgen für den Einzelnen beeinflusst; ein elegisches Lied, dem mit „Vörjahrsvögelsang“ (2) ein Mut machendes „Dien Leven kummt ok weer in Gang“ folgt. Alle weiteren Titel des Albums haben dann nur noch indirekt mit dem Thema zu tun. Da ist das die Zweisamkeit beschwörende „As mien Slaap bi de Maan bleev“ (4) (YouTube), das Lob an die Musik in „Laat dat klingen“ (10) oder die Beschreibung des Lebenskreises in „Allens het sien Tied“ (3). „Twee Süsters“ (7) ist eine „gar schaurige“ Ballade über das Thema arm und reich, über den familiären (Nicht-)Zusammenhalt, über bigottes Verhalten und angedrohtes Unglück. Ganz anders geht es mit einem Augenzwinkern bei dem Streit der fünf Sinne zu, die sich fragen, wer von ihnen denn am meisten für zwei Liebende tut. „Sinnenstried“ (9) entstand in Anlehnung an ein Volkslied. „Laat mi drieven“ (5) ist ein Gedankenspiel zur ewigen Frage, wo komme ich her, wo gehe ich hin. „Störm in‘t Gemööd“ (11) stellt eine Ode an die Leidenschaft dar und kommt zu dem Schluss, dass Liebe, Lachen, Lust auch einen „alten Baum“ nicht loslassen. Etwas Anrührendes hat die Geschichte von der Inselblume, de „Eilandblööm“ (6), die an dem Versuch scheitert, für die Liebe ihre Insel zu verlassen; und dennoch gibt es ein versöhnliches Ende. „Bist du mir zugetan, liebst du mich, zeige mir einen Weg, zögere nicht, denn Zeit ist nicht endlos“ heißt es in „Kien Tied sünner Enn“ (8), das von einem Gedicht aus dem altchinesischen Buch der Lieder angeregt wurde. Um die abendlich traumhafte Begegnung mit einer Elfe, einer Fee oder einem anderen Zauberwesen geht es in „Lüttje fiene Flögelwicht“ (12). Mehr Sprechgesang als Lied ist der Bonus Track „Leeder“ (13), mit dem sich langjährige Zuhörer des Sängers auf eine Zeitreise begeben können.

Klanglich ist beim neuen Jan Cornelius-Album ein besonderes Bild entstanden, das sich von den bisherigen Produktionen abhebt. Vor allem Christa Ehrigs multi-instrumentaler Einsatz schafft in jedem Titel eine neue Grundfarbe. Klaus Hagemanns souveränes (meist) E-Gitarrenspiel gibt den von Jan Cornelius zur Konzert-Gitarre eingesungenen Basics das nötige Strahlen. Besonders hervorzuheben ist bei dieser Produktion auch Christa Ehrigs tontechnisches Engagement beim Mischen der einzelnen Instrumente und Stimmen, denn alles wurde von den Musikern zu Hause, also in unterschiedlichen Räumen und mit verschiedenem Equipment aufgenommen. Und trotzdem ist eine Einheit entstanden; „nicht nur ein musikalischer Teppich mit Texten oben drüber, sondern eher ein Teppich mit eingewebter Aussage, mit wunderschönen und zum Teil ungewohnten Gesangslinien“ wie Klaus Hagemann treffend bemerkt.

Hier ein kurzer Trailer zum Reinhören
https://www.youtube.com/watch?v=Fuh4k7o8ZPI

15 € inkl. Versand, Best. Nr.: AP-0721CD
c + p ARTyCHOKE Gerd Brandt, Neustadtgödens, 2021
Vertrieb: www.artychoke.de, e-mail: info(at)artychoke.de
oder direkt bei Jan Cornelius, e-mail: jan.cornelius(at)t-online.de


Weitere Tonträger:

Vör Anker
2020, 12 Titel, 47:13 Min.

Lieder wie Briefe an nahestehende Menschen – über Heimat und Vergangen­heit, Wertschätzung, Zweifel und Hoffnung.

Sünn un Swaarweer
2015, 17 Titel, 49:43 Min.

Vertonte Gedichte der großen ostfriesischen Schriftstellerin Wilhelmine Siefkes anlässlich ihres 125jährigen Geburtstags.

Spöölwark
2013, 14 Titel, 57:17 Min.

Jubiläumsalbum zum 60. Geburtstag und 40jährigen Bühnenjubiläum.

Barnsteen
2010, 14 Titel, 57:17 Min.

So wie der Bernstein die Geheimnisse vieler Millionen Jahre in sich trägt, beschäftigen sich viele der Liedtexte mit der Suche nach dem Geheimnis von Zeit.

Dreeklang
2007, 14 Titel, 52:01 Min.

Die erste Veröffentlichung im „Dreeklang-Ensemble“, bereichert durch Cello und Gitarren.

Spegelbiller
2005, 14 Titel, 54:22 Min.

Lieder über Ostfriesland in einer veränderten Welt, die Menschen des Landstrichs, die Liebe, das Leben und den Abschied.

Wulkenkieker
2003, 14 Titel, 57:17 Min.

Mit großer Spielfreude vertonte Träume von einer besseren Welt.
Mit vielen Gastmusikern.

Waterdanz
2001, 14 Titel, 50:43 Min.

Ein textlich und musikalisch sehr persönliches, fast familiäres Album mit ganz eigenem Charme.

Töverland
1998, 15 Titel, 57:19 Min.

Ein Tagebuch in Form von Liedern über den Zauber des Landstrichs Ostfriesland und die Insel Juist, von ihren Bewohnern liebevoll „Töverland/Zauberland“ genannt.

Windgesang
1997, 17 Titel, 59:28 Min.

Ein Themenalbum zu Mühlen, Müllern und Wind, produziert als Gemeinschaftsprojekt von Jan Cornelius, Klaus Hagemann und der Gruppe LAWAY.

Kandidel
1996/2020, Liederheft mit CD
26 Titel mit Noten und Anmerkungen


Neuauflage von eigenen Kinderliedern, um damit Kindern den Zugang zur plattdeutschen Sprache zu ermöglichen.

Tiedenloop
1994, 14 Titel, 49:14 Min.

Ruhige, lyrische Lieder, bei denen die vordergründigen Texte von zwei Gitarren begleitet werden.

En Vögelfeer
1992, 16 Titel, 37:42 Min.

Eine Hommage an die 1991 verstorbene niederdeutsche Lyrikerin Greta Schoon.
Mit zahlreichen Gastmusikern.

Neje Mörgen
1990, 14 Titel, 41:51 Min.

Lieder über Erfahrungen und Erlebnisse einer zweijährigen Auszeit mit einem Segelboot im Mittelmeer.

Stünnen glieden
1981, Langspielplatte
12 Titel, 38:52 Min.

Die vierte LP des Duos Jan & Jürn ist inhaltlich sehr von den Erfahrungen der Brüder in der Friedens- und Ökobewegung geprägt.

Siet an Siet
1980, Langspielplatte
11 Titel, 38:53 Min.

Die Platte spiegelt den Wandel der Brüder Jan & Jürn wider von der reinen Folkmusik zum eigenen Liedermachen.

To Huus
1979, Langspielplatte
12 Titel, 41:29 Min.

Eigene Texte und Musiken der Brüder Jan & Jürn im Folk-Stil.

Lieder auf Platt
1978, Langspielplatte
14 Titel, 38:10 Min.

Die erste von vier LPs des Brüderpaares Jan & Jürn mit niederdeutschem alten Liedgut und Folk, produziert damals von Karl Dall.


Kommentare, Titellisten, Rohübersetzungen:

VÖR ANKER
2020

Mit VÖR ANKER legt Jan Cornelius (Gesang, Gitarre) 5 Jahre nach seiner letzten CD-Veröffentlichung und kurz nach seinem Liederbuch MUSIKGESCHICHTEN sein 18tes plattdeutsches Album vor. Die Platte enthält 12 originäre Lieder, die in den Jahren 2016 bis 2019 entstanden sind und wurde gemeinsam mit seinen Ensemble-Mitgliedern Christa Ehrig (Cello, Flöte, Ukulelen-Bass, Keyboards) und Klaus Hagemann (Gitarre, E-Gitarre) eingespielt.

Zu VÖR ANKER schreibt Jan Cornelius in seinem Liederbuch:
Wenn ein Schiff vor Anker liegt (CD Titel 11 „Vör Anker“), dann ist es angekommen, hat sein Ziel erreicht. Die Besatzung kommt zur Ruhe. Lange habe ich mich gefragt, wie kommst Du dazu in einer Zeit, die von fake news und mehr und mehr despotischen Staatschefs geprägt ist, solch ein Lied zu schreiben. Die Antwort findet sich im Refrain: Noch sind die Gedanken frei. Aber Vorsicht, kommt ein zu großer Sturm auf, muss dringend Wache gegangen werden …

Weiter erklärt Jan Cornelius, warum es so lange gedauert hat, bis mit VÖR ANKER wieder ein Album mit selbst geschriebenen Stücken erscheint:
Ab 2013 habe ich mich sehr wenig mit der eigenen Liedermacherei beschäftigt. In ein Album mit Wilhelmine Siefkes Vertonungen … hatte ich eine Vielzahl von vorhandenen Ideen zu Melodien investiert. Eine gewisse Leere war zu verspüren, alle Themen schienen abgearbeitet. … Auch machten mich die politischen und gesellschaftlichen Gegebenheiten in den Jahren rat- und sprachlos und blockierten mich, etwas „Schönes“ zu schreiben. Erst nachdem ich diese Situation in einem Text (CD Titel 8 „Raadloos hen of her“) verarbeitet hatte, konnte ich wieder etwas freier denken.

Seine Lieder sind für Jan Cornelius wie Briefe, die er an ihm nahestehende Menschen schreibt, in denen er seine Wertschätzung, aber auch seine Zweifel zum Ausdruck bringt (CD Titel 1 „Breven“). Was treibt uns an, was kommt noch (CD Titel 3 „Hopen un Verwachten“) sind Fragen die Jan Cornelius beschäftigen, wenn er seine Vergangenheit in kurzen, manchmal verschlüsselten Bildern Revue passieren lässt und die Antwort im Vertrauen auf die Liebe und dem Streben nach unvergänglichem Frieden findet. Er macht sich Gedanken über die Wege, die das Leben schreibt, die Pfade, die man auf der Suche nach der Wahrheit betritt, die Spuren, die sich in den Falten eines Gesichtes widerspiegeln. (CD Titel 2 „Paden“). – Es gibt Lieder vom Abschied (CD Titel 12 „Vullmaan“), über unbeschwerte Zweisamkeit (CD Titel 6 „Uns Vigelien“), von der Erinnerung und ihrer Bedeutung für die Zukunft (CD Titel 10 „Sük besinnen“).

Auch Ostfriesland ist Gegenstand von drei Liedern, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Zum einen ist da die fast klischeehafte Beschreibung der Sehnsucht eines Butenostfriesen nach seinem Zuhause (CD Titel 5 „Platte Land“), die auf einer wahren Geschichte basiert, zum anderen das lyrische Mosaik von poetischen Augenblicken in der hiesigen Küstenlandschaft, in die man eintauchen möchte (CD Titel 4 „Ogenblick“). Ein besonderes „Stück Heimat“ schildert Jan Cornelius in dem Lied über seine Tante Tini und ihr Gartencafé in Bedekaspel am Großen Meer (CD Titel 7 „Tinis Sömmerköken“). Diese – inzwischen leider geschlossene – weit über Ostfriesland hinaus bekannte „Kult“-Gaststätte war nicht nur eine ländliche Idylle, sondern auch ein Ort der Begegnung, Toleranz und Mitmenschlichkeit, denn „in Tinis Sommerküche, da ist es egal, wer du bist, woher du kommst, jeder ist gleich in ihrem Lokal“ wie es im Refrain des Liedes heißt.

Zu VÖR ANKER schreibt Michael A. Schmiedel im FOLKER 5/6 20:
…Versteht man diesen Dialekt, entdeckt man eine ganz zarte Poesie … es geht hier um das Leben in seiner Endlichkeit, um die Frage, was bleibt, aber auch, wie man angesichts von Bedrohungen noch frei leben kann. Und wer „keen Plattdütsch versteiht“ kann einfach Cornelius´ sanften Gesang zur Gitarre und die Begleitung durch Christa Ehrig auf Cello, Flöte, Bassukulele und Keyboards sowie Klaus Hagemann an Gitarre und E-Gitarre und beider Chorgesang genießen – und sich norddeutsche Landschaften vorstellen. Ein Meisterwerk regionaler Musikkultur!

Titelliste:
  1. Breven (Text und Musik: Jan Cornelius)   3:09
  2. Paden (Text und Musik: Jan Cornelius)   4:42
  3. Hopen un Verwachten (Text und Musik: Jan Cornelius)   3:22
  4. Ogenblick (Text: Jan Cornelius / Musik: Jan Cornelius/Klaus Hagemann)   4:30
      https://www.youtube.com/watch?v=XsF_AybJDyY
  5. Platte Land (Text und Musik: Jan Cornelius)   3:23
  6. Uns Vigellien (Text und Musik: Jan Cornelius)   3:35
  7. Tinis Sömmerköken (Text und Musik: Jan Cornelius)   5:28
  8. Raadlos hen of her (Text und Musik: Jan Cornelius)   3:38
  9. Eensaam Dichter (Text und Musik: Jan Cornelius)   4:45
10. Sük besinnen ( Text: Jan Cornelius / Musik: Klaus Hagemann)   3:10
11. Vör Anker (Text und Musik: Jan Cornelius)   4:12
12. Vullmaan (Text: Jan Cornelius / Musik: Klaus Hagemann)   3:37

Die unterstrichenen Titel sind auch im Liederbuch MUSIKGESCHICHTEN zu finden.

15 €, Best. Nr.: AP-0720CD
c + p ARTyCHOKE Gerd Brandt, Neustadtgödens, 2020
Vertrieb: www.artychoke.de, e-mail: info(at)artychoke.de
oder direkt bei Jan Cornelius, e-mail: jan.cornelius(at)t-online.de

Rohübersetzungen:

1. BRIEFE – Lieder sind für mich wie Briefe, / die ich immer wieder gerne schreibe / an meine Freunde, an meine Lieben, / damit ich immer bei ihnen bleibe. // Refr.: All unsere Stunden, hell oder dunkel, / irgendwo sind sie noch da / und im Nachklang unserer Tage / nehmen wir sie fast immer wieder wahr. // Lieder sind für mich wie Briefe, / die ich an den Zweifel schreibe, / wenn ich bei meinem Tun und Streben / Kreuze auf meine Schultern hebe. // Lieder sind für mich wie Briefe, / die ich an die Liebe schreibe, / dass, wenn Amors Pfeil von Dieben / gestohlen wird, ich nicht wegtreibe.

2. PFADE – Pfade durch die Nächte sind wie Pfade durch die Zeit, / bei denen du dich fragst, ist das Ende nahe oder weit? / Pfade durch die Nächte sind wie Pfade durch das Watt, / erst wenn eine sichere Hand dich führt, sind sie ein großer Schatz. // Pfade zeigen, dass wir leben, auch wenn gerade niemand auf uns wartet, / schützen wie eine warme Decke in der Leere einer Nacht. / Pfade sind unser Band hin zu etwas Wärme und Zärtlichkeit, / wenn ein Leib den anderen ohne Fragen heimlich findet. // Pfade sind Gedanken ohne Ende bis zum Anfang / unseres Suchens nach Wahrheit; Jahre, Tag und Stunde. / Pfade voll mit eigenen Schritten, Pfade ohne Verschleiß und Bruch / sind mal Freunde, gute Genossen, sind mal Lärm und Spuk. // Pfade sind wie Spuren im Lebenslauf des Gesichtes, / spiegeln sich in Falten, geformt vom Fühlen, Leid und Hoffen. / Pfade schwer wie Blei oder solche luftig wie eine Feder / geben Zeugnis von unserem Tun und Sein auf der Erde.

3. HOFFEN UND ERWARTEN – Ab und an treibt mich die Frage um, / was noch wohl kommen wird / hinter der Anhöhe, die nun lange schon / geduldig wartend vor mir steht. / Manche Kurve habe ich nicht gekriegt, / wusste nicht, wie es geradeaus geht, / verstieß, wurde ausgeschlossen, / ließ mich finden, bin weggelaufen. // Refr.: Hoffen und Erwarten / ist, was uns treibt / bei Taten und Gedanken, / dass die Lebensuhr sich dreht. // Habe in Wünsche mich verloren, / habe in Sehnsucht mich verzehrt, / habe im fremden Gewässer gefischt, / habe unsicher navigiert. / Habe so manche Sache aufgegeben, / habe mich in Bedrängnis gebracht, / habe nichts gesät, aber durfte doch ernten, / habe ans Deichen spät erst gedacht. // Wer kennt all meine Mühe, wenn ich / über Hindernisse sprang? / Fand mal Anklang, hörte Klagen, / weiß nun erst, worum es ging: / Halt durch Liebe, Vertrauen, / Frieden, der nie vergeht / ist unseres Lebenskeimes Blüte, / die unendlich froh gedeiht.

4. AUGENBLICK – Ferne Wolke / glatte See / weiter Horizont / Atem ist frei // Gelbe Sonne / Spiegelbrücke / stille Bucht / kein Zurück // Geschützter Priel / silberner Schlick / klare Luft / eigenes Reich // Sanftmütiger Fluss / Lauf der Gezeiten / segelnder Mond / einsame Hoffnung // Flüsterwind  / wiegendes Reet / tiefer Traum / Zeiger steht // Augenblick / nur wir beide / diving into the wide

5. PLATTES LAND – Blau der Himmel, weit das Wasser, / weiß die Wolken, Ebbe und Flut spielen. / Das Wattenmeer ist schon so lange Zeit / Beginn von neuem Leben, wie nirgends weit und breit. // Refr.: Plattes Land, Meer und Strand, / mein Zuhause schon so lang, / will zurück hin zu den Deichen. // In Gedanken bin ich bei dir, / sehe dein Grün und rieche deine Sommerdüfte. / Fühle bei Nacht – zieht der Mond seine Bahn – / hinter meinen Augen manch heiße Träne. // Bridge: Ich höre den Wind nach mir rufen, früh am Morgen, / seine Sprache ein Erinnern an Zuhause, fern von hier. / Vorbei ist meine Geduld, / ich setze mich einfach hinters Steuer, / Sehnsucht brennt wie ein Feuer, wie ein Feuer.

6. UNSERE VIOLINE – Ein Sommererwachen, morgenstill, / die Zeit schaut durch eine Schönwetterbrille / auf des Sonnenstrahlennetzes Schein. / Komm spiele mit mir unsere Violine. // Ein Spätjahrestag aus dem Bilderbuch, / dicht über dem Land liegt ein nebliges Tuch, / eine Starenschar versammelt sich, / unsere Violine spielt Herbstmusik. // Draußen fallen Schneeflocken, / erzählen ihre winterliche Geschichte, / in der Stube wir beiden Arm in Arm, / unsere Violine, die hält schön warm. // Die Birkenhecke wird langsam grün, / ein Storch ist auf dem Feld zu sehen, / eine erste laue Frühlingsnacht, / darauf hat unsere Violine gewartet. // Bridge: Jahr für Jahr dieselbe Weise, / aber die Klangfarbe bleibt nicht gleich, / so wie unser Violinenton / mal verdreht klingt und mal gerade. / Unser Leben ist wie der Jahreskreis, / so wie ein Lied, das ich oft singe, / von Eisgang, Seewind, Last und Lust / und dass du immer bei mir bist. // Still lauschen wir bei Kerzenschein / dem Zauber unserer Violine, / wie gut wir jeden Ton verstehen. / Komm, lass uns leise schlafen gehen.

7. TINIS SOMMERKÜCHE – Menschen gibt es, die sind aus einem anderen Holz wohl geschnitzt*, / sie stehen immer wieder auf, auch wenn ein Unglück sie packt, / sie lassen den Kopf nicht hängen, fangen neu wieder an, / sie ziehen mit ihrem Strahlen andere in ihren Bann. / Einer davon ist meine Tante Tini, Lebensspuren lang. / Als nichts mehr geht, steht sie bereit, bringt die Sache wieder in Gang. / Behände macht sie aus ihrem Garten ein Himmeldachcafé, / backt leckeren Kuchen und reicht dazu eine gute Tasse Tee. // Refr.: In Tinis Sommerküche, da ist es egal, / wer du bist, woher du kommst, / jeder ist gleich in ihrem Lokal. / Wie durch ein Wunder, wie durch einen Zauber / ist es im Großen und Ganzen eine Freude. / In Tinis Herz findet jeder ein Eckchen / als wärst du ein Teil von ihrer Familie. // Schnell kommt jedermann ins Dörfchen am Großen Meer, / mit dem Rad, zu Fuß, über die Felder, oft auch von weit her, / genießen Tinis Gastfreundschaft, die Leckereien, die Atmosphäre / vom geschützten Garten, weg vom Trubel und kommen immer wieder. / Aber auch der schönste Sommer geht und das Wetter wird grau und rau. / Wer jetzt vor Tinis Türe steht, den führt sie in ihre Stube / zu Grünkohl, Mehlkloß, Holunderblütensuppe, Pfannkuchen, Brutzelbraten**; / und wer dort erscheint, der findet einen Stuhl, jeder fühlt sich dem Anderen nahe. // Zwei Dekaden geht das so, längst ist die Sommerküche „Kult“, / aber das Leben läuft fast immer anders, als du es planst oder du es willst, / und bist du noch so eifrig in deiner Arbeit, deinem Tun, wenn es stockt / dann bleibt dir nur das Handeln, wenn dich jemand anderes braucht. / Das Café wird geschlossen, viel Wehmut bleibt zurück. / Aber Tini wäre nicht Tini, baute sie nicht irgendwie eine Brücke. / Und so ist sie heute mit ihrem Kochbuch unterwegs, / erzählt von der Sommerküche vergnügt auf Hoch(deutsch) oder Platt(deutsch). * wörtl.: aus einem anderen Teig wohl gebacken ** ostfriesische Spezialität: scharf angebratenes Fleisch vom frisch geschlachteten Schwein

8. RATLOS HIN ODER HER – Sie haben mich alle verlassen, / kann nichts in der Welt mehr fassen, / so viel in meinen Gedanken / lässt mich auf sie warten. / Sie konnten mir viel geben / an Klarheit für mein Leben, / bin ratlos, weiß nicht hin oder her: / Die Lieder helfen mir nicht mehr. // Dabei sollte ich doch singen, / immerfort gegen Hassen, Zwingen, / gegen Religionenstreit, / den Krieg das Elend weit und breit, / über das, was das Gefühl mir sagt / und was der Verstand dagegensetzt, / bin ratlos, weiß nicht hin oder her: / Die Lieder helfen mir nicht mehr. // Müsste singen von meinem schlimmen Gefühl, / wenn ich mich durch Menschenwellen wühle / meine Angst, wenn ich im Dunkeln laufe, / mein Bedauern um jede Kreatur in Not. / Meine Sorge, dass uns viel Unbekanntes umweht, / meine Hoffnung, dass Menschenehre besteht, / bin ratlos, weiß nicht hin oder her: / Die Lieder helfen mir nicht mehr. // Was mir fehlt, das ist ein Gesang / gegen des Geldes große Herrschaft, / dass die Wahrheit verloren geht / in dem Gift einer Nachrichtenflut, / dass der Wunsch nach Sicherheit / mir viel an Freiheit nimmt. / Bin ratlos, weiß nicht hin oder her: / Die Lieder helfen mir nicht mehr.

9. EINSAMER DICHTER – Alleine sitzt er im Straßencafé / und guckt verloren in die Zeit. / Das Leben draußen läuft an ihm vorbei, / sein Gesicht ist bleich wie von Kreide. / Auch wenn ihn hier in der Stadt jeder kennt, / sagt er nicht „Moin“, guckt keinen an. / Ich frage mich, was er wohl denkt: Der einsame Dichter. // Steht ihm vor Augen, was er verlor, / als er es nur auf das Schreiben warf, / seine ganze Kraft nur für Worte noch nahm, / alles und jeden hinter sich ließ, / besessen zu arbeiten an seinem großen Roman / der die Menschen wecken sollte, / sich noch zu retten, den Frieden, die Natur / und all die Liebe, die einst mal galt. // Seite für Seite schrieb er, war nie zufrieden, / so gingen die Jahre dahin. / Der Papierkorb war voll und sein Kopf war fast leer, / schließlich griff er nicht mehr zur Feder. / Was wurde aus seinen Träumen von Anerkennung und Ehre? / Fragmente von einem Roman / liegen in der Schublade oder auf dem Dachboden irgendwo. / Was blieb von dem großen Plan? // Mit leeren Augen und vernebeltem Blick / sitzt er fast immer an derselben Stelle. / Vor ihm der Kaffee ist lange schon kalt / dort in dem Straßencafé. / Ich bekäme von seinem Buch so gerne etwas zu sehen / und wäre es nur ein einzelnes Blatt, / dann könnte ich etwas erfassen und vielleicht sagen: / Er war auf einem guten Weg.

10. SICH ERINNERN – Hin und wieder lese ich in Briefen / aus einer lang vergangenen Zeit, / treibe auf meinem Gedankenschiff bis / ich in frühere Sphären gleite. / Sehe mich wie eine Schwalbe segeln / leicht hoch auf einem beständigen Wind / dorthin, wo all meine Wünsche, / all meine Träume geblieben sind. // Begucke ich manchmal alte Bilder / macht mir das nicht immer Freude, / Wehmut über junge Tage / wider frohe Schritte steht. / Könnte ich wie eine Schwalbe fliegen, / schaute ich hinter den Horizont nach vorn, / sähe, dass wir unsere Zeit nur leihen, / all unsere Spuren zu uns gehören. // Sich erinnern gehört zum Leben, / macht das Vorwärtsschauen leicht, /zu viel Glück verliert sein Strahlen, / wenn niemand mehr das Gestern sieht. / Flieg meine Schwalbe, flieg beizeiten / weit weg von der Dunkelheit, / jeder Flügelschlag bringt weiter, / dorthin, wo Sonnenschein ist.

11. VOR ANKER – Mit meinem Boot liege ich vor Anker, / die Sonne gleitet hinter den Horizont, / ewig sanftes Inselfühlen, / abseits eine einsame Stimme. // Refr.: Solange Gedanken fliegen können, / ganz frei und ohne Zwang, / die Worte ehrlich offen sind / dann wird es mir nicht bang. // Mit meinem Boot liege ich vor Anker, / die Nacht ist still und klar. / Tausend Sterne erzählen etwas, / ich erfahre so viel. // Mit meinem Boot liege ich vor Anker / bei dir schon so lange Zeit, / ohne Ende mein Stern, meine Insel, / du Eine an meiner Seite.

12. VOLLMOND – Verwunderlich ist es, bleibt beklagenswert, aber auch wahr, / dass das, was wir an Glück fanden, weh tun kann ganz jämmerlich: / In einer klaren Sommernacht, blieb die Zeit für mich fast stehen. / Der Mond beguckte uns, als du sagtest: Ich muss gehen. // Refr.: Wenn der Vollmond über dem Dollart die einsame Stelle beleuchtet / von Abschied und Verlassen, ob deine Seele mein Herz dann sieht? // Augenblicke, die man manchmal besonders tief erlebt, / bleiben an einem Ort, der außerhalb von Raum und Zeit hin schwebt. / So warte ich still und hoffe für mich in jeder Vollmondnacht, / dass der helle Schein als Brücke meine Liebe zu dir trägt. // Was machen wir uns vor: Die ewigen Tage von der anderen Seite, / wo wir doch ganz gut wissen, dass wir alle nur endlich sind? / Fragen wagen, welcher Kurs für welche Reise wohl gilt, / warten, dass der Vollmond wieder mal etwas von dir erzählt.


SÜNN UN SWAARWEER
2015

Die CD wurde 2015 im Rahmen der Feierlichkeiten zum 125jährigen Geburtstag der großen ostfriesischen Schriftstellerin Wilhelmine Siefkes veröffentlicht. Es enthält 17 von Jan Cornelius gesungene Lieder mit vertonten Gedichten der Autorin. Eingespielt wurden die Titel gemeinsam mit Jan Cornelius´ Dreeklang-Ensemblemitgliedern Christa Ehrig (Cello, Bass Keyboard, Flöte, Chorgesang) und Klaus Hagemann (Sologitarre, Gitarre, Bass, Chorgesang).

„Lange, zu lange hat es gedauert, bis mir die Bedeutung von Wilhelmine Siefkes als große ostfriesische Schriftstellerin bewusst geworden ist, sonst hätte ich mich bestimmt bemüht, sie kennenzulernen.“ konstatiert Jan Cornelius im Booklet zu seiner CD. Umso mehr gelingt es ihm jetzt, mit seinen Vertonungen von Wilhelmine Siefkes Gedichten dieser ein musikalisches Denkmal zu setzen. „Vielleicht musste ich erst die sechste Dekade meines Lebens erreichen, um zum einen die ausgeprägte Verbundenheit Wilhelmine Siefkes mit Ostfriesland zu verstehen und zum anderen die Tiefe ihrer Gedanken nachvollziehen zu können.“ so der Liedermacher. Dabei gibt es genug Parallelen zwischen dem Sänger und der Schriftstellerin: Wie Wilhelmine Siefkes lernte Jan Cornelius sein Plattdeutsch in Jemgum, wie Wilhelmine Siefkes war auch Jan Cornelius Lehrer an der Osterstegschule in Leer und wie sie ist er ein verhalten politischer Mensch.

Das mag ein Grund sein, warum es Jan Cornelius – gemeinsam mit seinen langjährigen Begleitmusikern Christa Ehrig am Cello und Klaus Hagemann an der Gitarre – gelingt, den Inhalt der Wilhelmine Siefkes-Texte zwischen Hochgefühl und Seelenschmerz, zwischen „Sünn un Swaarweer“ musikalisch zu illustrieren und in die neue Zeit herüber zu transportieren, ohne dass die Musik zu sehr vom Inhalt ablenkt.

Titelliste:
  1. Wat is dat moj (Text: W. Siefkes / Musik: Jan Cornelius)   3:56
  2. En Vögelke sung (Text: W. Siefkes / Musik: Jan Cornelius)   1:52
  3. Ostfreesland (Text: W. Siefkes / Musik: Christa Ehrig)   3:23
       https://www.youtube.com/watch?v=wVWolfoMjh0
  4. De Wind ( Text: W. Siefkes / Musik: Klaus Hagemann/Jan Cornelius)   3:50
  5. Olle Watermöhlen (Text: W. Siefkes / Musik: Jan Cornelius)   1:28
  6. Darhen (Text: W. Siefkes / Musik: Jan Cornelius)   3:19
  7. In de Nacht (Text: W. Siefkes / Musik: Jan Cornelius)   2:34
  8. Dunker Strate (Text: W. Siefkes / Musik: Jan Cornelius) 2:40
  9. Dör Düsternis ( Text: W. Siefkes / Musik:Christa Ehrig)   2:39
10. Junge Frau (Text: W.Siefkes / Musik: Klaus Hagemann)   2:50
11. Nagelkes (Text: W. Siefkes / Musik: Jan Cornelius)   2:44
12. Pudelhundje un Puußkatt (Text: W. Siefkes / Musik: Jan Cornelius)   2:04
13. Dat Eiland (Text: W. Siefkes / Musik: Jan Cornelius)  3:15
14. Hildbörgs Lied (Text: W. Siefkes / Musik: Jan Cornelius)  1:46
15. De Heer van Bietzebarg (Text: W. Siefkes / Musik: Jan Cornelius)  4:05
16. Weegenlied (Text: W. Siefkes / Musik: Jan Cornelius)  4:47
17. Moderseelenalleen (Text: W. Siefkes / Musik: Jan Cornelius)  2:28

15 €, Best.-Nr.: AP-0715CD
c + p ARTyCHOKE Gerd Brandt, Neustadtgödens, 2015
Vertrieb: www.artychoke.de, e-mail: info(at)artychoke.de
oder direkt bei Jan Cornelius, e-mail: jan.cornelius(at)t-online.de


SPÖÖLWARK
2013

ist ein „Jubiläumsalbum“, das Jan Cornelius zu seinem 60sten Geburtstag herausbringt. Außerdem feiert er damit sein 40jähriges Bühnenjubiläum und das 35ste Jahr der Veröffentlichung von plattdeutschen Liedern auf Tonträgern. Es war dabei für Jan Cornelius ein Anliegen, die unterschiedlichen Facetten seines Wirkens im Bereich des plattdeutschen Liedes darzustellen.
Auf  SPÖÖLWARK sind daher neben neuen Liedern des ostfriesischen Liedermachers (Dat büst du / Blömenwicht / So wied van hier / Stroom van Tied / Lang leven / Harwstwindleed / Blot en Dag) auch Übertragungen aus dem Englischen von Colin Wilkie (Wilgen un Weed), dem Norwegischen von Arne Paasche Aasen (Wat nah di steiht) und dem Niederländischen, bzw. Groninger Dialekt von Ede Staal (Wenn’t buten störmt) zu hören. Abgerundet wird das Spektrum mit der Neuaufnahme eines Liedes aus der Jan & Jürn-Zeit (To Huus), der Vertonung eines Textes aus seinem Gedichtband aus dem Jahre 1982 (Föhlst du mien Hart) und einer Neutextierung zu Lakes of Pontchartrain (Van de See) mit der Jan Cornelius auf seine Folk-Wurzeln verweist. Den Abschluss bildet ein Oswald Andrae Text, der von seinem Sohn Iko vertont wurde (Güntsied van d‘ Sandbank).
Alle Lieder wurden im Dachatelier der ehemaligen Roggenmühle zu Jemgum von Jan Cornelius und seinen Dreeklang-Ensemblemitgliedern Chrsita Ehrig und Klaus Hagemann live eingespielt.

Kai Engelke schreibt zu SPÖÖLWARK im Folker 2.14:
… Zum positiven Gesamtklang der zumeist leisen und besinnlichen Lieder tragen ganz wesentlich die Begleitmusiker Klaus Hagemann und Christa Ehrig bei. Hagemann setzt mit seiner Gitarre immer wieder sparsame, aber wirkungsvolle Akzente, Ehrig verleiht den Arrangements mit ihrem Cello, das sie zuweilen auch pizzicato zupft, Fülle und Tiefe. Dem Ziel auf seiner langen Suche nach dem endgültigen alternativen Heimatlied ist Jan Cornelius mit Dat büst du  schon recht nahe gekommen. Liebevoller kann man seine Region wohl kaum besingen.

Titelliste:
  1. Dat büst du (Text und Musik: Jan Cornelius)   5:14
      https://www.youtube.com/watch?v=wVWolfoMjh0
  2. Blömenwicht (Text und Musik: Jan Cornelius)   4:28
  3. Wilgen un Weed (Text und Musik: Collin Wilkie  plattdt.: Jan Cornelius)   3:49
  4. So wied van hier (Text und Musik: Jan Cornelius)   4:35
  5. Lang leven  (Text und Musik: Jan Cornelius)   4:33
  6. To Huus (Text und Musik: Jan Cornelius)    4:20
  7. Van de See (Text: Jan Cornelius / Musik: trad.)   4:23
  8. Stroom van Tied (Text und Musik: Jan Cornelius)   3:37
  9. Harwstwindleed (Text: Jan Cornelius / Musik: Klaus Hagemann)   3:44
10. Wenn’t buten störmt (Text u. Musik: Ede Staal  plattdt. Jan Cornelius)   4:26
11. Wat nah di steiht (Text: A. Paasche Aasen plattdt. J. Cornelius / Musik: K. Foss/R. Boe)   4:26
12. Blot en Dag (Text und Musik: Jan Cornelius)  4:51
13. Föhlst du mien Hart (Text und Musik: Jan Cornelius)   3:35
14. Güntsied van d‘ Sandbank (Text: Oswald Andrae / Musik: Iko Andrae)  2:59

Die unterstrichenen Titel sind auch im Liederbuch MUSIKGESCHICHTEN zu finden.

15 €, Best.-Nr.: AP-0713CD
Booklet mit allen Texten und Kommentaren.
c + p ARTyCHOKE Gerd Brandt, Neustadtgödens, 2013
Vertrieb: www.artychoke.de, e-mail: info(at)artychoke.de
oder direkt bei Jan Cornelius, e-mail: jan.cornelius(at)t-online.de


BARNSTEEN
2010

ist CD Nr. 11 des ostfriesisch plattdeutschen Liedermachers Jan Cornelius. So wie der Bernstein die Geheimnisse vieler Millionen Jahre in sich trägt, so ist der Liedermacher auf vorliegender CD in vielen seiner Texte auf der Suche nach dem Geheimnis von Zeit.

„Waarum blifft, wat mörgen kummt för all un alle Tied geheem?“ fragt er in „Leedermaker“, denkt in „Levenstied“ über die Endlichkeit des Lebens nach, in „De Tiedverneler“ sagt er dem Dieb der Zeit den Kampf an, beschreibt in „Janmann langsaam an“ jemanden, der die Langsamkeit des Seins für sich entdeckt hat und beschwört in „Tied för Tee“ die ostfriesische Tugend, beim Teetrinken füreinander Zeit zu haben. „Stunn de Tied doch still“ beschreibt das ausklingende Jahr verbunden mit dem Wunsch, die Zeit nicht zu schnell vergehen zu lassen, ganz im Gegensatz zur „Bange(n) Nacht“ in der sich die Zeit bis zum befreienden Morgen viel zu lange hinzieht. Schöne Bilder der Frühlingszeit vom „Märtmaant in Meran“ versucht er nach Ostfriesland zu tragen. Die dunkle Zeit von Ziellosigkeit wird in „Seelendrifft“ verarbeitet und in „Maak di sülvst dat Fest mooi“ schreibt Jan Cornelius sich selbst ins Gewissen die Weihnachtszeit ruhig und gelassen anzugehen.
Natürlich gibt es auch Liebeslieder, wie die Ballade  „Barnsteen“, das Schwungvolle „Du büst de Eene“  oder die Ode an die Ems im „Eemsleed“, das sowohl die Zuneigung des Liedermachers zu seinem Fluss, als auch das Leid, das diesem widerfährt, beschreibt.
Ergänzt wird der Liederreigen um die Vertonung des von Jan Cornelius im Nachlass der großen niederdeutschen Lyrikerin Greta Schoon gefundenen und bisher unveröffentlichten Gedichtes „Draken ut Papier“.

Musikalisch hat Jan Cornelius auf Bewährtes gesetzt: Er singt zur Gitarre und lässt sich von den schon vom vorherigen Dreeklang-Album bekannten Instrumentalisten Christa Ehrig (Cello, Bass) und Klaus Hagemann (Gitarren, Bass) begleiten. Dabei gelingen dem Dreigestirn – von „Kunstmusik“ bis hin zu bluesartigen Klängen – sehr abwechslungsreiche Arrangements, die den Charakter der Texte unterstützen, sie aber nie der Musik unterordnen.

Ulrich Joosten schreibt in FOLKER 02.11:
… Musikalisch in eine ähnliche Richtung geht das … Album des ostfriesischen Liedermachers JAN CORNELIUS mit dem Titel Barnsteen, wenn auch deutlich mehr Singer/Songwriter-lastig, mit rockigen und gelegentlich leicht angejazzten Gitarrenriffs zu kompetent gespielter Pickinggitarre. Anleihen bei Barblues und Chanson in überraschenden Arrangements, denen insbesondere das Cello Glanzlichter aufsetzt, unterstützen Cornelius` angenehme Stimme. Für Freunde des anspruchsvollen plattdeutschen Liedes unbedingt eine Empfehlung.

Titelliste:
  1. Leedermaker (Text und Musik: Jan Cornelius)   3:40
  2. Levenstied (Text und Musik: Jan Cornelius)   4:44
  3. Barnsteen (Text und Musik: Jan Cornelius)   3:56
  4. Tied för Tee (Text und Musik: Jan Cornelius)   4:04
  5. Eemsleed  (Text und Musik: Jan Cornelius)   3:16
  6. De Tiedverneler (Text und Musik: Jan Cornelius)   3:56
  7. Janmann langsaam an (Text und Musik: Jan Cornelius)   5:33
  8. Du büst de Eene (Text und Musik: Jan Cornelius)   2:56
  9. Bange Nacht (Text und Musik: Jan Cornelius)   4:09
10. Seelendrifft (Text und Musik: Jan Cornelius)   3:46
11. Märtmaant in Meran (Text und Musik: Jan Cornelius)   4:39
12. Draken ut Papier  (Text: Greta Schoon / Musik. Jan Cornelius)   3:08
13. Stunn de Tied doch still  (Text und Musik: Jan Cornelius)   3:44
14. Maak di sülvst dat Fest mooi (Text und Musik: Jan Cornelius)   3:35

Die unterstrichenen Titel sind auch im Liederbuch MUSIKGESCHICHTEN zu finden.

15 €, Best.-Nr.: AP-0810CD
Booklet mit allen Texten und Kommentaren.
c + p ARTyCHOKE Gerd Brandt, Neustadtgödens, 2010
Vertrieb: www.artychoke.de, e-mail: info(at)artychoke.de
oder direkt bei Jan Cornelius, e-mail: jan.cornelius(at)t-online.de

Rohübersetzungen:

1. LIEDERMACHER – Niemand bringt einem das Schwimmen bei / in einer übermächtigen Bilderflut. / Wenn der Mensch dem Menschen / keine Freude mehr macht, / wie lange geht so ein Leben gut? / / Eines Regenbogens Farbenpracht / ist nur eine kurze Zeit bestimmt. / Wer hält an einer alten Schrift sich fest, / die wie ein Streichholz fast verglimmt. Refrain: Ich als einfacher Liedermacher / mit viel Musik in meinem Sinn, / möchte, dass ich als Herzberührer / so etwas wie eine Antwort finde. / Ich als einfacher Liedermacher / fühle mich in meiner Kunst so klein, / weil ich kein Herzwachmacher, /sondern auch nur ein Suchender bin. // Keiner findet sich im Nebel zurecht, / der Innenkompass hat kein Norden. / Wenn jeder sich in sich selbst verirrt, / wer findet dann noch seinen eigenen Ort? // Wahrheit hat einen schweren Stand, / wenn Lügen wie eine Nadel stechen. // Warum bleibt, was morgen kommt, // für immer und alle Zeit geheim? Bridge: Fühle mich in meinem Liederschaffen / oft nur als ein Übriggebliebener / aus einer längst vergangenen Zeit, / eine vergessene Sache. // Tausend Worte sagen nichts, / wenn niemand ihren eigenen Klang versteht. / Was hören Ohren in der Zeit, wo es nur noch um Stille geht?

2. LEBENSZEIT – Unser Leben, das ist endlich, / und wir, was machen wir? / Schlagen oft genug die Zeit tot, / als ginge sie nicht vorbei. / Wir glauben nicht an Wunder, / wenn sie kommen, sind wir froh, / aber auf sie zu warten, / vergeudet bemessene Zeit. // Leben, Zeit, Lebenszeit, / gezählt sind all deine Stunden, / Leben, Zeit, Lebenszeit, / immer neu beginnen. // Was sonst ist das Leben, / als mit einem kleinen Boot / ohne Angst durch die Gezeiten / von Versprechen zu kreuzen. / Gedanken gehen verloren, / vergessen ist nicht leicht, / sein Wort nicht halten können, / eine schattig tanzende Sichel. // Leben, Zeit, Lebenszeit / bleibt ein ständiges Nachdenken, / Leben, Zeit, Lebenszeit, / Weg und Sinn zu finden. // Eine Melodie ist das Leben, / reißt andere mit, wird stiller, / endet oft als trauriger Klang. / Hinter dem großen Wasser, / das meint so mancher, / ist das Leben wie eine Insel, / ein großer Horizont zu sehen. // Leben, Zeit, Lebenszeit, / kann keinen Tag dir geben, / Leben, Zeit, Lebenszeit, aber dem Tag etwas Leben.

3. BERNSTEIN – Sie läuft jeden Tag / so einsam am Strand / und schaut über die See, / einen Bernstein in der Hand. / Sie denkt an die Zeit, / als er mit ihr ging / Bernstein zu sammeln, / wenn die Ebbe gerade anfing. Refrain: Mit unseren Seelen ist es so, / wie mit dem Verbleib unserer Gedanken im Lebensgetriebe. / Groß ist die Gefahr, dass sie untergehen, / aber wir halten sie fest, wollen, dass sie bestehen. // Vor Anker im Watt / lag er mit seinem Boot. / Schnell blieb sie bei ihm, / bis zum Morgenrot // In der kleinen Kajüte / ein Träumen, ein Glück, / für ewig geborgen / in einem Bernsteinstück. // Die Insel schon leer, / mehr Wolken als Sonne, / da lag dort ein Schatz / in der Abendstunde. / Beide wussten genau, / ein Bernstein so groß / hat zwei Bedeutungen: / Mal Freude, mal Not.

4. ZEIT FÜR TEE – Wenn der Winter kalte Bilder malt / und sich jeder in seiner Stube erholt, / dann ist Zeit für Tee, Zeit für eine Tasse Tee. / Wenn die Sommerluft vor Hitze steht / und jeder Mensch nur noch Luft schnappt, / dann ist Zeit für Tee, Zeit für eine Tasse Tee. / Refrain: Tee ist sicher nicht so fein / wie ein Gläschen roter Wein. / Tee tut bestimmt nicht so stolz / wie der Kaffee in seinem Becher. / Tee begegnet dir auch nicht // wie die Schokolade so süß, / des Tees sanfter Zug, der schmeckt / wie ein Zauber, der dich trifft. // Wenn eine böse Laune dich zu sehr berührt / und nichts in der Welt dich mehr vergnügt, / dann ist Zeit für Tee, Zeit für eine Tasse Tee. / Wenn bei dir zu Hause ein guter Freund / und auch du sich lachend einig sind, / dann ist Zeit für Tee, Zeit für eine Tasse Tee. // Wenn plötzlich die Hände still stehen / und du hast dein Tagespensum erledigt, / dann ist Zeit für Tee, Zeit für eine Tasse Tee. / Wenn die Lieder alle verklungen sind und das Spiel nicht wieder von vorne anfängt, / dann ist Zeit für Tee, Zeit für eine Tasse Tee.

5. EMSLIED/-LEID – Segle ich meinen trüben Fluss entlang, / denke ich an frühere Tage, / wo die Zeit und Gezeiten liefen / von Mond und Windbraut getragen. / Ich fühle die alte Liebe, / halte fest meine schönen Träume / und weiß, der Tag wird kommen, / wo die Ems wieder klar kann fließen. // Segle ich meinen wilden Fluss herunter / mit Ebbe bei steifem Westwind, / schlagen des Wassermanns Wellen / so hoch, dass sie schon böse sind. / Und doch die alte Liebe, / lässt mich noch immer träumen, / vom Tag, der einmal kommen wird, / wo die Ems wieder ruhig kann fließen. Bridge: Wasserfluss gibt Leben, / aber genauso, wie zu viel Licht von Menschenhand / den Mond nicht mehr scheinen lässt, / lässt beim Wasser Menschenunverstand / den Lebensfluss verschwinden. // Segle ich meinen gerade gemachten Fluss hoch, / ganz eingemauert zwischen Steinen, / keine Biegung oder Sandbank, das kann / der Himmel wohl nicht meinen, / ich stehe zu meiner alten Liebe, / ziehe Kraft aus all meinen Träumen, / glaube, dass der Tag kommen wird, / wo die Ems als Fluss kann fließen.

6. DER  ZEITVERNICHTER – Tage treiben wie durch Nebel, / Stunden fliegen ohne Rast. / Jede Minute verfliegt wie Rauch, / dass fast unser Wir seine Kraft verliert. // Kein Gespräch kommt recht zustande, / zum Träumen ist es oft zu spät, /kein Gedanke reift von Bedeutung, / das graue Joch hat uns zu fassen. Refrain: Komm, wir greifen ihn, meine Liebste, / den Zeitvernichter, diesen Dieb, / stehlen ihm seinen hektischen Bereich, / leben wieder unseren eigenen Zeitraum, / und wir tun, was niemand mehr erwartet, / wir tanzen, tanzen durch die Nacht. // Worte ohne Farbe oder Schmerz, / in unserem Atem keine Stille mehr, / Bilder nur ein närrischer Schein, / die uns immer wieder ausspucken. // Zungen plappern, Kopf ist leer, / einer schaut durch den anderen hindurch, / Freundschaft erfährt keine Pflege, / alles ist da, nichts ist zu sehen.

7. JANMANN MACH LANGSAM – Wenn andere Leute zur Kirche gehen, / ist er mit dem Hund unterwegs, / lernt Gottes große Natur verstehen, / Sanftmut sein Schatz, / beguckt, belauscht, riecht das Werk, / genießt jeden kleinen Zeitraum, / fühlt sich hinterher eigenartig stark: / Geduld ist sein Bereich. / Er ist ein Janmann mach langsam, / ein Janmann mach langsam. // Wenn andere Leute in Urlaub fahren, / dann bleibt er gern zu Hause. / Er kann sich in seinem Garten beruhigen, / vom Alltags-Saus und Braus, / kein Zug zu spät, kein Flugzeuglärm, / kein Stau auf der Autobahn, / beschaut zufrieden einen / Bienenschwarm, / übt sich im Zeitvergehen lassen. / Er ist ein Janmann mach langsam, / ein Janmann mach langsam. // Wenn andere Leute schon gestorben sind / von der Jagerei nach Geld, / sitzt er noch auf seiner Bank vor dem Haus, / beguckt die unruhige Welt. / Kam nirgends hin, hat doch viel gesehen, / sein Reichtum ist der Frieden. / Und auch Freund Hein der Tod / macht noch lange keinen Schnitt. / Er ist ein Janmann mach langsam, / ein Janmann mach langsam.

8. DU BIST DIE EINE – Du bist die Farbe / meines einfachen Lebens. / Du bist der Duft / in einem matten Tag. / Du lässt mich durch / den dicksten Seegang schweben, / du bist die Eine, die ich mag. // Du bist das Licht / am Ende von Tunnelpfaden. / Du bist meine Begierde / in manch zweisamer Nacht. / Du bist meine Flucht / beäugen mich die Bösen, / du bist die Eine, die mich trägt. // Du bist die Mauer / unsere Lebensburg zu hüten. / Du bist ein Feuer, / das bei Wind und Wetter brennt. / Du hast Geduld, / mich immer zu beruhigen, / du bist die Eine, mein Begehren. // Du bist der Schnee, / der die Welt leiser klingen lässt. / Du bist das Blei, / treibt mich der Übermut. / Du machst mich frei, / meine Lieder vorzusingen, / du bist die Eine, tust mir gut.

9. BANGE NACHT – Ich höre eine Stimme nach mir rufen / in banger Nacht. / Die Sprache der Erinnerung / dringt in meine Träume mit Macht. / Sehnsucht wie Feuer, große Ungeduld, / ohne Freude liege ich und wache. / Lese meine Gedanken und nehme wahr, / was einst ich strich, ist immer noch da. // Schwer liegt wie Blei auf meinen Schultern / des Lebens Streit. / Das Innerste außen, / verbotenes Land ist meine Seele. / Zusammenbruch und Neid, / Worte im Streit, / Blendwerk, Verdruss, / dunkler Bescheid. / Anstelle von Zuflucht nur ein zerschlissenes Kleid, / wo einst ein Garten, ist alles voller Unkraut. // Freiheit des Herzens ist das was mir / bleibt als ein Brunnen, / von dem ich gerne trinke für / einen Morgen ohne meine Angst. / Voran komme ich, / des Denkens Fluss / schenkt mir einen Plan, / kann wieder bestehen. / Flügel wie Licht, so über die Maßen sanft, / tragen in die Ferne meine bange Nacht.

10. SEELENDRIFT – Lichtreklame spiegelt sich im Nass, / kaufbegeisterte Menschen auf Einkaufstour. / Ich laufe durch die Straßen, fühle mich allein. / Regenkriechfrieren durchzieht mich. // Einsam unter Vielen / Lichtschein, der keine Wärme gibt, / kopfschmerzüble Spiele, / bin auf Seelendrift. // Eisige Nebelerscheinungen rühren sich, / erschrecken Freude, / vertreiben Glück. / Ich stehe in einem Zimmer, leer, ohne Licht, / Erinnerung eine Bürde, die nicht verfliegt. // Zeit verliert ihre Farben, / Wörterklang seine eigene Weise. / Bilder bekommen Risse. / Träume bleiben grau. // Segelschiffplanken lecken überall, / blind steuert die Mannschaft ans Ufer. / Auch ich sitze im Boot, meine Stimme versagt, / habe ich mich denn wirklich schon schlafen gelegt? // Sag, wo ist eine Hand nur, / die mich stützt und behutsam streichelt, / die mein Steinherz leicht macht / und meine Uhr aufdreht.

11. MÄRZ IN MERAN – Frisch das Morgenerwachen, / weiß die Bergspitzen, / blau das Himmelslachen. / Palmenarme ducken sich, / glauben noch nicht ganz / an das laue Windatemglück. / Aber blühende Büsche gelb / weisen schon den Weg ein Stück. // Blüten tragen Bilder / hin nach Hause zurück. / Möchte, dass sie dort hängen blieben, / wie eine behagliche Brücke / zum März in Meran. // Von einem auf den anderen Tag / ein neues Farbaufstehen, / die Mandelbäume blühen. / Gemütlich wandern wir / sonnegenießenfroh / am herrlichen Frühlingsspiel vorbei. / Spazierwege weit / führen erquicklich dich und mich. // Wege tragen Bilder / hin nach Hause zurück. / Möchte, dass sie dort hängen blieben, / wie eine behagliche Brücke / zum März in Meran. // Ein Café draußen, / die Passer rauscht zur Etsch. / Espresso, Wein und Brot. / Sich eben ausruhen, / Siesta – Mittagsschlaf, / wie eine Eidechse auf einem Stein, / liege ich still und gähne, / Wärme durchdringt mich tief. // Träume tragen Bilder / hin nach Hause zurück. / Möchte, dass sie dort hängen blieben, / wie eine behagliche Brücke / zum März in Meran.

12. DRACHEN AUS PAPIER – Der Seewind streichelt / die letzten Blumen / im Dünensand. / Kein Pfad für mich / zum großen Wasser. // Aber hoch der Himmel, / hoch und glänzendblau, / und in dem Glitzern, in dem Licht, / drei Drachen, / drei bunte Drachen aus Papier. // Sie spielen / mit dem Wind. / Sie tanzen und sie schweben, / sie segeln auf und nieder. / Das sieht aus, als ob sie singen, / ein Lied von Kinderfreude, / ein Lied von Lust und Leben / über die grüne Insel, / über die weite See.

13. STÜNDE DIE ZEIT DOCH STILL – Oktober / dein Blätterzelt im Glitzerlicht / ein weites Farbenmeer. / Der Herbst zieht ins Land. / Oktober / Grasland unter Morgennebel, / Nachklang des Sommerwetters. / Stünde die Zeit doch still. Refrain: Vögel ziehen hin nach Süden Jahr für Jahr, / Gedanken voll von Wehmut / sind genauso wieder da, / drängen sich nach vorn, als hätten sie fast immer / ihren eigenen Willen. / Stünde die Zeit doch still. // November, / deine trägen Fußspuren / tragen Tränen fast in jeden Traum, / der Herbst berührt das Herz. / November / mit grauen Wolken, leeren Ästen, / Fußfrieren in der Nacht. / Stünde die Zeit doch still. // Dezember, / zurück nach Hause / bevor die Pfade ganz dunkel sind, / der Herbst schließt das Buch. / Dezember, / ich komme von weit dicht an deine Seite, / die stille Nacht beginnt. / Stünde die Zeit doch still.

14. SORGE SELBST FÜR EIN SCHÖNES FESTRefrain: Sorge selbst für ein schönes Fest, / genieße die Weihnachtstage. / Suche dir fern von Missmut / ein wenig Freude und Behagen. / Sorge selbst für ein schönes Fest, / lass dich von der Freude finden, / laufe die Weihnachtspfade entlang, / die Mensch und Mensch verbinden. // Was vorbei ist bleibt vergangen, / jeder Sturm legt sich einmal. / Was heute ist, das zählt, / sorge dich nicht, ob es morgen stürmt. // Leichtigkeit dringt in dein Herz, / ein Geheimnis deine Sinne berührt, / so dass sich die Welt um dich / für ein Weilchen langsam dreht.


DREEKLANG
2007

Mit DREEKLANG legt der ostfriesisch-plattdeutsche Liedermacher Jan Cornelius seine zehnte CD vor. „Dreeklang“ ist nicht nur Titel der CD, sondern auch Ausdruck eines neuen musikalischen Konzeptes. Neben seinem langjährigen Co-Gitarristen Klaus Hagemann wird Jan Cornelius auf der vorliegenden Produktion von der Cellistin Christa Ehrig begleitet, die von der klassischen Musik her kommt. Stimme, Gitarren und Cello erzeugen ein ganz eigenständiges farbenreiches Klangbild.

Der „Dreeklang“ ist auch inhaltlich das verbindende Motto dieser CD. Jan Cornelius erzählt in seinen Liedern von der Liebe (En Spierke Glück), dem Leben (Kinner van d‘ 50er Jahren / Jonnys lüttje Laden) und klammert dabei auch das Thema Tod (En na d‘ anner / Levensmood) nicht aus. Er scheut sich nicht, in seine Seele blicken zu lassen (Weetst du noch) und bringt die Verbundenheit zu seinem Zuhause (Noord Noordwest / Endje van d‘ Welt) und dessen oft widerspenstige Natur (Störmflood) zum Ausdruck. Er beschreibt die Freude, die man aus ganz kleinen Alltagssituationen ziehen kann (Lüttje Lüntjes), stellt die Sehnsucht dar (Fährmann haal over) und findet Momente von Frieden in einer Abendstimmung (Stillkens luurt de Maan).

„Dreeklang“ spiegelt aber auch die musikalische Seite des neuen Albums wider. Grundlage des Dreiklangs ist die tragende Stimme von Jan Cornelius und seine solide Gitarrenbegleitung, ergänzt durch das einfühlsame und filigrane Gitarrenspiel von Klaus Hagemann. Vervollständigt wird das musikalische Bild durch die Cellistin Christa Ehrig, deren Klangmalerei sich harmonisch in die Zwiesprache der Gitarren einfügt. Das Cello weiß aber auch immer wieder mit ungewöhnlichen Tönen zu überraschen, und das nicht nur beim „hidden track“, der sich am Schluss der CD versteckt.

Titelliste:
  1. Koomt binnen (Text und Musik: Jan Cornelius)   2:24
  2. En Spierke Glück (Text: Jan Cornelius / Musik: Klaus Hagemann)   4:06
  3. Jonnys lüttje Laden (Text und Musik: Jan Cornelius)   4:01
  4. Noord Noordwest (Text und Musik: Jan Cornelius)   3:27
       https://www.youtube.com/watch?v=FQApfSqLDlQ
  5. Störmflood (Text und Musik: Jan Cornelius)   3:26
  6. Dreeklang (Text und Musik: Jan Cornelius)   3:23
  7. Lüttje Lüntjes (Text und Musik: Jan Cornelius)   2:49
  8. Kinner van d‘ 50er Jahren (Text und Musik: Jan Cornelius)   3:55
  9. Weetst du noch (Text: J. Cornelius / Musik: Klaus Hagemann /J. Cornelius)   3:30
10. Endje van d‘ Welt (Text und Musik: Jan Cornelius)   3:48
11. Een na d‘ anner (Text und Musik: Jan Cornelius)   3:34
12. Levensmood (Text und Musik: Jan Cornelius)   2:38
13. Fährmann haal over (Text und Musik: Jan Cornelius)   2:34
14. Stillkens luurt de Maan (Text und Musik: Jan Cornelius)   2:56

Die unterstrichenen Titel sind auch im Liederbuch MUSIKGESCHICHTEN zu finden.

15 €, Best.-Nr.: AP-1007-CD
Booklet mit allen Texten und Anmerkungen.
c + p ARTyCHOKE Gerd Brandt, Neustadtgödens, 2007
Vertrieb: www.artychoke.de, e-mail: info(at)artychoke.de
oder direkt bei Jan Cornelius, e-mail: jan.cornelius(at)t-online.de

Rohübersetzungen:

1. TRETET EIN – Refr.: Tretet ein, die Tür steht offen, / lasst euch nieder. / Lasst uns etwas Zeit teilen, / Vergnügen und Erholung. – Getrost lasst euch einladen, / die Herzen berühren, / Freude zu leben, jeder so, wie er kann. – Tretet ein, die Tür steht offen, / lasst euch nieder. – Lasst froh eure Gedanken, / mal wandern, mal warten, / vergesst all das Treiben, das Gegeneinander an. – Tretet ein, die Tür steht offen, / lasst euch nieder. – Ihr Denker, ihr Spinner, / ihr, die Besten-Wein-Aussucher, / alles Spiegelbilder, möchte niemanden missen. – Tretet ein, die Tür steht offen, / lasst euch nieder. – Ihr, die immer da seid, / du Einmal-im-Jahr-Freund, / es tut gut, euch alle wieder zu sehen.

2. EIN STÜCKCHEN GLÜCK – Das erste Licht des Morgens erwacht, / ein Vogelgesang berührt meine Ohren, / du liegst neben mir, / ich bin froh, / über dieses Stückchen Glück / im Frühling. – Von der Ems her ein vertrautes Geräusch, / ein Schiff fährt mit der Morgentide, / du liegst neben mir, / ich bin froh, / über dieses Stückchen Glück / im Frühling. – Der Morgenwind weht ins Zimmer, / wie zart und weich er dein Haar streichelt, / du liegst neben mir, / ich bin froh, / über dieses Stückchen Glück / im Frühling. – Der Winter tat so lang uns weh, / das Fenster steht nun wieder offen, / du liegst neben mir, / ich bin froh, / über dieses Stückchen Glück / im Frühling.

3. JONNYS KLEINER LADEN – Irgendwo, außerhalb von Zeit, / liegt ein kleines Dorf, / mit Mühle, Kirche und Hafen, / drum herum das Land so weit. – Das alte, niedliche Dorf, das ich meine, / hat einen besonderen Ort, / und das ist Jonnys Laden, / von Nahem erst zu sehen. – Refr.: Jonnys kleiner Laden, / da ist die Welt in Ordnung, / Jonnys kleiner Laden, / stellt jeden zufrieden. – Hier findet man genau das, was man sucht, / was fehlt, wird gern besorgt, / und Jonny kann beraten, / was gut ist oder nichts taugt. – Jonny mag kein Gehetze, / er hört immer gut zu, / teilt Freude, Trauer oder Sorgen, / ist gelassen jeden Tag aufs Neue. – Jonny ist des Dorfes Seele, / er macht vieles deutlich, / schwer wiegen immer seine Worte, / bei ihm endet mancher Streit. – Morgens früh oder abends spät, / seine Tür verschließt sich nie, / Mangel muss hier keiner leiden, / denn Jonny steht parat. – Ladentisch, Borde sind sein Reich, / und Jonny spielt darin, / auf dem Klavier des Lebens / die schönste Dorfmusik. – Du, mein Kleinod dort am Fluss, / so zwischen jetzt und nicht, / sag, wo kann ich dich finden, / damit ich schnell zu dir gelange.

4. NORD-NORDWEST – Im Nord-Nordwesten liegst du, mein Land, / direkt hinter dem Deich beim Wind, / wo Schwarzbunt sich mit weitem Grün vermischt, / wo das Auge seinen Halt am Horizont findet. / Man sagt, dass du ein Träumer bist, / der oft seinen Schäkel (Kettenverbindungsglied) nach morgen verliert. – Im Nord-Nordwesten liegst du, mein Land, / eigen deine Sprache und deine Atmosphäre, / all dein Erzählen: Halt für meine Seele. / Bist Garten meiner selbst wieder und wieder. / Dein Charakter ist oft wie eine Zwiebel, / mit vielen Lagen und kräftigem Geschmack. – Im Nord-Nordwesten liegst du, mein Land, öffnest dich hin zur See, / vermittelst ein Gefühl von Zeit ohne Ende, / jedes Scherbennetz webst du wieder neu. / Bist du eine Trauminsel oder mehr / ein Inseltraum ohne Wiederkehr?

5. STURMFLUT – Der Sturmwind braust mit voller Kraft, / in den Dollart drängt die Flut. / Niemand weiß, was diese Nacht passiert, / jeder denkt: Geht das wohl gut? / Das Barometer fällt, wie lang nicht mehr, es donnert hinter dem Deich, / draußen tobt es, / Musik des Elends! – Ein kleiner Junge auf dem Schoß seiner Mutter / findet seinen Schlaf nicht wieder. / Er spürt genau die Angst seiner Eltern, / und stellt keine Fragen mehr. / Das Radi meldet jede Stunde aufs Neue, / wie hoch das Wasser steigt. / Hilf, befreie uns von Unheil, / so betet er und schweigt. – Im Dunkeln halten Leute Wacht, / wie lang der Deich noch hält, / das Wasser rollt hinauf mit Macht, / erreicht fast die (Deich-)Krone. / Dann ist es auf einmal so weit, / die ersten Wellen schlagen / über den Deich auf die Innenseite. / Wird das Land untergehen? – Der Sturm legt sich, als der Morgen erwacht, / der Verlust tritt zu Tage. / Den Dollartdeich hat es schwer getroffen, / zerstört durch Wasserschlag. / Über das (Deich-)Vorland guckt der Junge, / kann nicht begreifen, / was alles das Wasser verschlang, / fasst die Hand seines Vaters.

6. DREIKLANG – Sehnsucht, Liebe, Lust, / Rennen, Reisen, Ruhe. / Dreiklang meines Lebens. – Freiheit, Stillstand, Zwang, / Segeln, Arbeiten, Singen. / Dreiklang meines Lebens. – Wenn Wasser, Wolken, Wind / mit sich im Einklang sind, / macht das ein Seemannsherz reich, / so wie ein Dreiklang die Musik. / Sprache, Seele, Natur, / Hektik, Spiel, Geduld. / Dreiklang meines Lebens. – Frieden, Zeit, Augenblick / Kinder, Du und ich. / Dreiklang meines Lebens.

7. KLEINE SPATZEN – Was die Spatzen sich wohl im Busch erzählen, / der vor meinem Küchenfenster steht? Mal klingt es wie Klagen, mal klingt es wie Schimpfen / und dann wieder nach ganz großer Freude. Refr.: Kleiner Spatzen lautes Geschwätz / zwischen roten Vogelbeeren. – Was die Spatzen sich wohl im Busch erzählen, / wenn der Kater über den Gartenweg streicht, / haben sie wohl Angst vor ihm und seinen Gesellen / oder ist dort nur einer der verächtlich herabblickt? – Was die Spatzen sich wohl im Busch erzählen, / im Winter, wenn es schneit und friert? / Vielleicht etwas vom Frühling, den Tagen, den hellen, / die kommende Wärme, die Sommerlust? – Was die Spatzen sich wohl im Busch erzählen, / wenn sie der Habicht jagt, / und sich verstecken, die Trägen, die Lauten, / bis der Verdruss wieder vorübergeht? – Was die Spatzen wohl über ihre Nachbarn erzählen, / die Meisen, Drosseln, das Rotkehlchen, / ob sie immer so wie wir überlegen, / wie das dort alles nur möglich ist?

8. KINDER DER 50er JAHRE – Refr.: Wir Kinder der 50er Jahre / sind nun gut fünfzig geworden. / Wir leben unser Leben / von Nehmen und Geben, / und doch frage ich mich, / wenn ich so ganz alleine dasitze: / Lebt das Leben nicht uns, / und wir müssen mitmachen. / Elendskrieg gerade vorbei, Opa blieb im Feld, / Vater träumt, Mutter träumt von einer besseren Welt. / Grundgesetz, Ostberlin, neue Soldaten wieder. / Lebertran schmeckt nicht gut, Bostrock (gestricktes wollenes Unterzeug): die Haut schmerzt. – Stacheldraht, Kennedy, Borgward geht in die Knie, / yeah, yeah, yeah, langes Haar, die Pille macht die Liebe frei! Vietnam, Watergate, Starfighter stürzt ab. / Willy Brandt, LSD, zu Hause: großer Ärger. – Pershing zwei, Helmut Schmidt, Anti-AKW, / FDP, Unzuverlässigkeit, neue Arbeitsstelle. / Helmut Kohl, viel zu lange, Schulden mehr und mehr, / Tschernobyl, Gorbatschow, Deutschland wieder vereint. / Grün an der Macht, Haus bezahlt, die Kinder sind fast erwachsen. / Der elfte September, Alltagslebensangst. / Tsunami, Sorge um das Klima, zu viel Eis schmilzt. / Schwarz und Rot sind sich gut, und ich überlege: Refr.: Wir Kinder der 50er Jahre / können noch so viel erfahren. / Ja, uns kann das Leben / immer noc etwas geben. / Und dann sage ich mir, / wenn ich so alleine dasitze: / Lass das Leben nur spielen, / denn wir spielen gerne mit.

9. WEIßT DU NOCH – Du, weißt du noch, / der erste Augenblick, / als du mich sahst / und ich nicht wusste, / was du nun wohl von mir erwartest. / Du, weißt du noch / wie heiß es war, den Sommer nachts, / als du das erste Mal / in meinen Armen lagst. – Du, weißt du noch, / wie manch dicker Stein / uns im Wege lag / und niemand wusste, / wie es am nächsten Tag weitergeht. / Du, weißt du noch: / Der Fuß, der uns im Nacken stand / und durch unser Sturmwindglück / im weiten Nichts verschwand. – Ich gehe mit dir, / der Zeitlauf rennt. / Du gibst mir Kraft, / wenn ich ängstlich frage, / was uns morgen wohl noch erwartet. / Ich gehe mit dir, / solange ich in deinem Herzen bin, / wer kennt das Ende des Glücks, / wer kennt den Tag, die Stunde? – Bleibst du bei mir, / wird mein Haar auch weniger, / und schwer mein Gang, / so dass ich durch den Tag / laufe mürrisch, missmutig, unzufrieden? / Bleibst du bei mir, / hab ich auch nicht mehr so viel Kraft / wie damals beim ersten Mal / die heiße Sommernacht?

10. KLEINES ENDE DER WELT – Refr.: Kleines Ende der Welt, / der Dollart liegt weit / und eine Brise erzählt mir, / hier gehörst du hin, / an das kleine Ende der Welt. – Wo die Weise und der Sinn des Nichts dich berühren, / Tage lang, Tage lang / und einen unruhigen Menschen zum Träumer machen, / Tage lang, Tage lang. / Dort ist das kleine Ende der Welt. – Wo beim Grau in Grau noch Farben leuchten, / immer wieder, immer wieder, / und von salzigem Geruch die Zweifel fliehen, / immer wieder, immer wieder. / Dort ist das / kleine Ende der Welt. – Wo die Möwen schwarze Flügel bekommen, / in der Nacht, in der Nacht / und die Sterne hinter Wolken schweigen / in der Nacht, in der Nacht. / Dort ist das / kleine Ende der Welt.

11. EINER NACH DEM ANDEREN – Mense Janssen zog mit Stolz in den Streit, / für Kaiser, Gott und Vaterland. / Er sagte seinem Sohn: Ich komme schnell wieder. / Von ihm blieb nur ein Bild an der Wand. – Hermann Janssen drängte blind vor Hass ins Feld / und rief: Unser Krieg, der ist gerecht! / Er sagte seinem Sohn: Ich komme schnell wieder. / Stalingrad, das war sein letztes Gefecht. – Gerhard Janssen hat vom Gestern gelernt: / Unser Land bleibt frei von Waffen. / Er sagte seinem Sohn: Werde nicht Soldat! / Sein Bestreben schmolz dahin wie Schnee. – Patrick Janssen fliegt nun „cool“ in den „fight“. / Wir sind wieder wer wird im gesagt. / Wie schnell doch vergessen wird: / Es gibt eine Nacht, die wird nicht hell.

12. LEBENSMUT – So groß / war dein Mut, / dein Lebensmut. / Die Sense machte einen Schnitt, / vorbei / Weg und Schritt, / viel zu früh. – Und der Wind / aus der Ferne klingt / als ob / ein Engel singt. –  Dein Hoffen, / deine Kraft, / mal ausgelassen, / mal bedächtig, / immer froh. – Dein Träumen / verging. / Leer / ist das Haus. – Was bleiben wird, / ist / dein Lebensmut.

13. FÄHRMANN HOL ÜBER – Ich stehe am Ufer / und denke an dich im fremden Land. – Ich sehe den Fährmann übersetzen, / käme ich doch auch so zu dir. – Fährmann hol über, / Fährmann mach schnell, / will doch versuchen / das ich verstehe.

14. HEIMLICH LUGT DER MOND –  Heimlich lugt der Mond / Dorf in Ruhe / hinter dem Deich hervor, zieht seine Bahn / still schläfst du. / Zeiten vergehen / Träume bestehen / Leben ist jetzt. – Wolken segeln leise / Dorf in Ruhe / durch die mondlichthelle Nacht / still schläfst du. / Zeiten vergehen / Träume bestehen / Leben ist jetzt. – In der Ferne ein Glockenschlag / Dorf in Ruhe / einsame Klangfarbe vom Tag / still schläfst du. / Zeiten vergehen / Träume bestehen / Leben ist jetzt. – Zuflucht für Seele und Körper / Dorf in Ruhe / finde bei dir meine Ruhestätte / still schläfst du. / Zeiten vergehen / Träume bestehen / Leben ist jetzt.


SPEGELBILLER
2005

Mit SPEGELBILLER legt Jan Cornelius seine neunte CD und das fünfzehnte Album seiner nunmehr 28jährigen Karriere als plattdeutscher Sänger vor. Die 14 neuen Lieder sind geprägt von Reflexionen über sein Ostfriesland in einer veränderten Welt, die Menschen des Landstriches, die Liebe, das Leben, den Abschied.

So beschreibt er in „Du hest di verannert“, wie Veränderungen seines Zuhauses Ostfriesland auf ihn wirken und gibt gleichzeitig eine Liebeserklärung für sein Land hinter dem Deich ab. Mit „Van de Wien“ begibt sich Jan Cornelius in die Altstadt von Leer und erzählt augenzwinkernd vom Umgang der Ostfriesen mit dem Oktobernass. In Leer angesiedelt ist auch das anrührende Lied „Lüttje Anne – grote Wicht“, das vom Schicksal Anne Franks berichtet, die auf ihrem Leidensweg beim Transport von Westerbork nach Auschwitz wahrscheinlich den Bahnhof der Stadt passiert hat. Unter dem Eindruck der Ereignisse vom 11. September 2001 entstand „Minnelk all Kretür“, schwach alle Kreatur. In „Möv wat bleev“, setzt sich Jan Cornelius kritisch mit dem verlorenen Stolz der Möwen auseinander. Steht deren Degradierung zum Kulturfolger des Menschen als Sinnbild für dessen Kulturlosigkeit? Groningen ist der Ausgangspunkt für die satirische Geschichte über „Paul in Alles“, dem Klüterbaas, so wie er in vielen – nicht nur ostfriesischen – Gemeinden zu finden ist. „Drömweltsöker“ und „Vergeev“ sind Liebeslieder, die das Geborgensein in der Zweisamkeit, bzw. die Verletzbarkeit der Seele zum Thema haben. Um die innere Zerrissenheit geht es in „Tegenwind“, um den Abschied in „Ofscheed“. Ein alter Kapitän verlässt seine Mannschaft und sein Schiff, nicht, ohne über sich und das von ihm Erlebte bis hin zu den verpassten Chancen nachzudenken. „Stille Dagen“, leitet über in den winterlichen Teil der CD, beschreibt das Novembergrau, reflektiert über das Leben und den Tod. Die Sehnsucht nach Wärme, das Hoffen und Warten auf die Zeit der großen Freude zu Weihnachten kommt in „Alloverall“ zum Ausdruck. „Sneeiköninkskind“ schildert die Erlebnisse eines Salzbuckels, der sich in die schneebedeckten Berge verirrt.

Es ist Jan Cornelius gelungen, für die Produktion seiner CD „Spegelbiller“ im Studio von Erwin Wilken in Firrel namhafte ostfriesische Musiker zu versammeln. Neben seinem langjährigen Co-Gitarristen Klaus Hagemann, der auch den Bass zu den Aufnahmen beisteuerte, sind beteiligt: „Der singende Wattführer von Borkum“ und Akkordeonist Albertus Akkermann, am Keyboard der Organisator der legendären Ostfreesen Nights of the Proms Tebbe Billker, der weit über die Grenzen Ostfrieslands hinaus bekannte Saxophonist Uwe Heger sowie Christa Ehrig am Cello, Marco Heyl mit der Electric-Sitar, Roland Legantge, Gitarre, und Erwin Wilken, Dobro/Slideguitar.

Ihren vielfältigen Genres entsprechend verleihen die Musiker den Stücken von Jan Cornelius besondere Farben. Ohne aufdringlich zu wirken und den eigentlichen Liedcharakter zu sehr zu beeinflussen, gibt es z. B. Anklänge von Pop (Vergeev), Rock (Möv wat bleev), Klassik (Stille Dagen), Folk (Van de Wien) Country (Paul in Alles) oder Klezmer (Lüttje Anne – grote Wicht).

Wer Jan Cornelius kennt, wird auf  SPEGELBILLER vertraute neue Töne finden, die zum Träumen, „Smüstern“ und Nachdenken einladen.
Wer einen Ostfriesen kennenlernen möchte, der seine plattdeutsche Sprache beherrscht und kein musikalisches Klischee reproduziert, der seinen Gedanken freien Lauf lässt und keine Scheu hat, sich in seine Seele hineinblicken zu lassen, dem sei das Album empfohlen.

Titelliste:
  1. Du hest Di verannert (Text und Musik: Jan Cornelius)   3:54
 2. Van de Wien (Text und Musik: Jan Cornelius)   3:52
 3. Möv wat bleev  (Text und Musik: Jan Cornelius)   4:06
 4. Tegenwind  (Text und Musik: Jan Cornelius)   3:06
 5. Sömmerlüst (Text und Musik: Jan Cornelius)   3:40
 6. Minnelk all Kretür (Text und Musik: Jan Cornelius)   3:36
 7. Lüttje Anne – Grote Wicht (Text und Musik: Jan Cornelius)   4:42
 8. Vergeev (Text und Musik: Jan Cornelius)   3:28
 9. Stille Dagen (Text und Musik: Jan Cornelius)   3:34
10. Alloverall (Text und Musik: Jan Cornelius)   3:09
11. Sneeiköningskind (Text und Musik: Jan Cornelius)   3:44
12. Paul in Alles (Text und Musik: Jan Cornelius)   5:23
13. Ofscheed (Text und Musik: Jan Cornelius)   4:38
14. Drömweltsöker (Text und Musik: Jan Cornelius)   3:22

Die unterstrichenen Titel sind auch im Liederbuch MUSIKGESCHICHTEN zu finden.

15 €, Best.-Nr.: AP-1105-CD
Booklet mit allen Texten und Anmerkungen.
c + p ARTyCHOKE Gerd Brandt, Neustadtgödens, 2005
Vertrieb: www.artychoke.de, e-mail: info(at)artychoke.de
oder direkt bei Jan Cornelius, e-mail: jan.cornelius(at)t-online.de

Rohübersetzungen:

1. DU HAST DICH VERÄNDERT – Du hast dich verändert in all den Jahren, / die wir miteinander nun älter sind. / Wir mussten gemeinsam viel Neues erfahren, / bei uns vor der Haustür oder weiter weg. / Ich hab dich gern, / gern immer noch, / wenn auch die Zeit / nicht Gutes nur brachte. ~ Mal siehst du etwas grau aus, aber meistens sind deine Farben / frisch wie der Wind, der durch die Haare weht. / Des Lebens Lauf hinterließ manchen Riss / was uns noch mehr verbindet. / Ich frag mich oft, / wo ich wohl stünde, / wenn ich meine Zuflucht / bei dir nicht fände. ~ Dein Seufzen bei Regen mit all seinen Tränen, / dein seliges Lachen warm in der Sonne. ~  Unser Weg durch die Nächte, dein Morgengähnen, / bringt dich mir näher, wo ich auch bin. / Du bist mir verbunden, / dein Zauberband / lässt mich nicht los: / Land hinter dem Deich.

2. VOM WEIN – Läufst du mal durch meine kleine Stadt / und findest die Rathausstraße, / steht da ein altes Giebelhaus / so ansprechend, nett, ordentlich. / Die Steine leuchten in roter Farbe, / die Fensterschläge grün. / Nach drinnen lädt eine schöne Tür ein / diesen Trinkspruch dort zu sehen: Refrain: Süße Milch ist für die Kinder, / saure Milch ist für die Schweine. / Wasser saufen Pferde und Rinder, / doch für uns machte Gott den Wein. ~ So lausche, wenn du kostest, / nach des Weines eigen Klang, / wie er über die Zunge dir geht. / Was für ein aromatischer Trank. / Oktobernass: Eine Melodie / mal leise und fein, mal schwer, / in jeden Schluckes Traubenweise, / wirst Bacchus du gewahr. ~ Kommt her, wir stoßen alle nun an, / du Dichter, du Musiker, / du Gaukler, bester Freund, / du Spieler, alter Kumpan. / Du Polterer, du Tagedieb, / du Dickkopf, Taugenichts, / Hellseher, Narr, / singt mit mir nun das Lied.

3. MÖWE WAS BLIEB – Einst nahm dich jeder wahr, / als Segler stolz hoch über dem Strand, / sahst oft so wie Emma aus, / warst Jonathan im Kinderland. / Möwe, was blieb? ~  Des Jan Blanks Gans, Sielwärters Huhn / wurde schmunzelnd von dir geredet und erzählt. / Dein Flug eine Kunst, wer hat wohl nicht / schon mal seine Träume dort hineingelegt? Möwe, was blieb? ~ Für Seeleute warst du der erste Gruß / vom grünen Land nach langer Reise. / Gabst Fischern einen guten Wink, / hast ihnen die Schwärme in die Netze gebracht. Möwe, was blieb? ~ Heute bist du dem Menschen auf der Spur, / lebst von seiner verschwenderischen und üppigen Art. / Zwischen Müll ließest du deinen Stolz und auch / deine Lust auf die See, wenn das Wetter aufklart.

4. GEGENWIND – Gegenwindwind, du willst mich zerreißen, / aus meiner Geborgenheit und Freude zerren, / Spätherbsttag. / Früchte sind nicht mehr zu finden. / Wer mag Dornen und Disteln binden? / Bin allein. ~ Sehe am Himmel Wolken jagen, / wer weiß wohin, / wer weiß wie lange? ~ Kalter Wind, du lässt mich frösteln, / tief in mir verfrieren Träume, /       Wintertag. / Streit hat mit mir kein Erbarmen, / nirgends eine Feuerstelle zum Wärmen, / fühl mich müde. ~ Höre mich immer öfter rufen: / Ich will an Land / nicht untergehen. ~  Frühlingswind, du lässt mich hoffen, / wieder meinen eigenen Weg zu laufen: / Neuer Tag. / Zweifel mich nicht länger plagen, / lieber einen Schritt nach vorne wagen, / wie ich bin, ~ auf mein Schiff wieder Menschen holen, die gern mit mir / gemeinsam fahren.

5. SOMMERLUST – Tage so heiß / Sommermonatskleid / luftig und zart wie ein Windharfenlied. / Behaglich allein / kein Ende zu sehen / gestern und morgen mit sich eins. ~ Nächte so warm / zwei Arm in Arm / im Draußenbett fern von alltäglichem Lärm. / Immer noch wieder / Sehnsucht nach mehr / Innensturmfühlen macht leicht wie eine Feder. ~ Traumsonnenzeit / unbändig froh / treiben Gedanken glasperlenspielweit. / Salzhäutiger Duft / glutgleiche Farbe / seelenseliger Augenblick hält ewig vor.

6. SCWACH ALLE KREATUR – Alltag, Teezeit, kurze Erholung, / einig Zweisamkeit. / Kleine Welt mit sich zufrieden / Stundenglocke schlägt. / Schlimme Nachricht bahnt sich einen Weg ins Haus, / legt das Denken lahm, / Ausblick ertrinkt in meiner Trauer, / lechzen nach Lebensatem. ~ Bilder brennen sich in den Kopf, / grausige Elendsflut, / Seelenretter tut nun Not, / Hilfe für Mensch und Gut. / So viel Tränen sitzen fest, / glücklich, der einfach so weint. / Fragen jagen hinterher. / Was ist die Antwort wert? ~  Tagtraum, Wahrheit, grässliches Spiel, / Unheilsaugenblick. / Auch mein Schlaf von Angst besetzt: / Welt verändert sich. / Nirgends mehr eine Fluchtinsel / letztes bisschen Hoffnung. / Zapple wie ein Fisch im Netz, / schwach alle Kreatur.

7. KLEIN ANNE – GROßES MÄDCHEN – Jedes Mal, wenn ich auf unserem Bahnhof steh / – in dem einen leeren Moment – / zwischen Abschied und dem Reisebeginn. / Dringt immer mir dein Bild in den Kopf, / als hätte ich selbst dich gekannt.  Refrain: Anne, kleine Anne/ Anne, großes Mädchen. / Anne, kleine Anne, / ich sehe dein Gesicht. ~ Unser Bahnhof sieht fast noch genauso aus, / wie du damals ihn vielleicht sahst. / Auf deiner Elendsreise in den Untergang. / Weiß nicht, ob du im Viehwagon / nur stehen konntest, oder du lagst? ~ Dein Zug, fuhr der nur eben durch / oder blieb er – wie oft geschehen – / bewacht hier eine Nacht lang stehen? / Hattest du großen Durst oder nur noch Angst, / wer hat dein Rufen gehört? ~ Von Westerborg nach Auschwitz / der Transport ging bei uns lang. / Einmal unter Tausend wahrscheinlich du. / Dein Schicksal nahm für einen Augenblick / nahebei seinen tragischen Lauf. ~ Mein Zug läuft ein, dein Bild entschwindet / so schnell, dass ich mich erschrecke: / Zu viel geriet schon in Vergessenheit. / Weiß, dass ich dir etwas schuldig bin: / Für immer „Nie wieder“!

8. VERGIB – Der Tag ist jung, / weit liegt der Strand. / Die Insel träumt, ich lauf durch Sand. / Eine Morgenwolke zieht still vorbei, / nimmt meine Gedanken mit zu dir. ~ Als der Schlaf nicht kam, wurde die Nacht mir lang. / In die Seele drang mir der böse Gesang / von Fehlschlag und dem Verdruss, / dass ich nicht gesagt habe: Tut mir leid. ~  Eine graue Spur unser Alltagstrott, / der Querweg voll von üppiger Farbe. / Dein Flehen hielt mich nicht zurück, / der trügerische Schritt zerstörte unsere treue Brücke. ~ Der Weg war lang in der Morgenstunde, / ich lege mich müde in die warme Sonne. / Zwei Schwalben bewegen sich heftig in der Luft, / wo bleib ich nur mit all meiner Sehnsucht. ~ Weiß nicht, wann der Schlaf mich griff, / wie lange ich dort voller Träume schlief. / Die Morgenwolke sah ich, sie trieb / gerade bei dir vorbei, brachte mein: Vergib!

9. STILLE TAGE – Sie sind gegenwärtig, die stillen Tage, / Zeit verliert etwas von ihrer Hast, / Nebelmonatdunkel schwer zu tragen, / ich lauf hin an Vaters Grab. ~ Friedhofsbäume grob beschnitten, / Krähenruf mit rauer Kehle. / Was für eine Umgebung für das Beten, / Spiegelbild der einsamen Seele? ~ Warum sieht nach dem Tod das Leben / wie ein großer langer Roman aus, / und lebendig wie schnell geschriebene / Zeitungsseiten, die vergehen?  ~ Bin allein mit meinen Gedanken, / lege auf den Stein einen Tannenzweig. / Fortgehen heißt auch, etwas erwarten. / So viele Worte, die ich schweig.

10. ALLÜBERALL – Allüberall wieder eine Sehnsucht nach Wärme / ein Warten und Hoffen auf große Freude. / Weiß das Land bis hin zum Himmelszelt, / Schnee und Frost, Schnee und Frost / sind das Kleid der Winterwelt. ~ Verschlossen unter Eis liegen Gräben und Kanäle, / der Hammrich (das Weideland) liegt in seinem Winterschlaf. / Stiller Bauernhof schmiegt sich so ferne an, / weit und breit / weit und breit / nur der Mond zwischen manchem Stern. ~ Der hohe Himmel so tiefvoll von Stille / ergreifendes Wunder für mein Gemüt. / Durch das klare Licht dringt leise und zart / voller Ruhe / voller Ruhe / hell der eine einzige Schein.

11. SCHNEEKÖNIGSKIND – Wintersonnenwende, / Schnee weit und breit, / eine Bergwelt fern von seesalzigem Wind. / Schneekönigskind, / dein Lachen gewinnt / ein Seemannsherz, das seinen Schritt hier schwer findet. ~ Nimmt ihn bei der Hand / durchs fremde Land, / führt ihn einen Weg, wo nichts was er kennt gilt. / Und sie erzählt / immerfort von ihrer Welt. / Des Seemanns Herz kein Hab acht mehr vermeldet. / Schneekönigskind / deine Augen sind / eine ansprechende Anziehungskraft, die mich weckt morgenneu. / Gleiten durch Schnee, / segeln auf See, / Fühlen vermischt sich, schmilzt mir das Herz frei.

12. PAUL IN ALLES – Komme ich dort in Groningen vorbei, sehe ich es jedes Mal, / ein kleines Haus nicht ganz weit entfernt vom alten Schiffskanal. / Mit großen Lettern steht dort über der kleinen Eingangstür: / „Paul in Alles“. Wer das ist, stell ich mir einfach vor. ~ In Dorf und Stadt, wo du auch bist, gibt es so einen wie ihn, / er fragt nicht viel, er gibt dir alles, schweigt und nimmt nichts krumm. / Jeanshose an und Karohemd, eine kleine Nickelbrille. / Er ist ein großer Bastler, seine Hände stehen nicht still. / Ja, das ist Paul in Alles … ~ In seiner Werkstatt gibt es nichts, was es nicht gibt. / Er sammelt alles und findet ganz viel, weiß wo etwas liegt oder bleibt. / Er hilft dir gern und weiß Bescheid. Er sagt auch nicht „Nein“, / drückst du ihm einen Schein in die Hand, ist das ganz in Ordnung. ~ Brauchst du einen neuen Auspuff oder einen Plattenspielerriemen, / ein Waffeleisenkabelstecker oder ein hölzernes Bein, / eine Wasserpumpenzange, speziell angefertigt für die linke Hand, / ein englisches Schlüsselmaß oder einen Elefanten aus Blech. / Ja, das hat Paul in Alles … ~ Er repariert deine Waschmaschine oder zieht schnell eine Schweißnaht, / er werkelt bis das Uhrwerk läuft oder fällt dir einen Baum. / Wenn einmal nichts anderes hilft, nimmt er eine Hand voll Kitt / und flickt damit ganz fachmännisch schnell das Gebiss deiner Oma. ~ Paul ist auch einer, dem es nie an schrulligen Einfällen mangelt, / der sich gerne etwas Neues baut und alles was möglich ist ausprobiert.: / Einen Springbrunnen, der singen kann, Schlittschuhe mit Motor, / ein Moped, das auch rückwärts fährt, eine Angel ohne Schnur. / Ja, das macht Paul in Alles … ~ Aber dann kam das mit Paul so, wie das oft zu Ende geht, / wenn einer sich in seiner Bastelei zu stark verheddert. / Er ging den einen allbekannten kleinen Schritt zu weit: / Nu saust er im All herum als glitzernder Satellit. / Ja, das ist Paul im All nun.

13. ABSCHIED – Ankerwinde rasselt laut. / Mannschaft steht still, vollständig bereit: / „Nun, Matrosen, liebe Freunde, / ist das letzte Farewell da. / So lange Zeit bin ich gefahren, / hielt das Steuer fest in der Hand. / Hab für euch noch ein paar Worte. / Der alte Käpten geht an Land. ~ Wer die See kennt, kann nichts erschüttern, / niemand kann weichen vor der Gefahr. / All die Weite macht dich schweigen, / jede Kleinigkeit nimmst du wahr. / Wer verlässt, der wird verlassen. / Zusammenhalten heißt das Unterpfand. / Schlimm ist es, sich leer zu fühlen. / Der alte Käpten geht an Land. ~ Sehnsucht muss auch Sehnsucht bleiben, / wer davon ablässt, läuft Gefahr, / dass da Zeiten kommen, grau und / trübe, jeden Tag, jeden Monat, jedes Jahr. ~ Werde mein Schiff nun zurücklassen, / war für mich der beste Kumpan. / Seemannslied ist schnell verklungen. / Der alte Käpten geht an Land. ~ Bist du jung, stellst du dir fragen: / Läuft mein Leben geradeaus oder kreisartig? / Bist du alt, kommen Gedanken: / Wie anders es auch hätte sein können. / In der Ferne rufen Stimmen. / Zeit läuft, wie durch Finger Sand. / So viel Träume bleiben zurück. / Der alte Käpten geht an Land.

14. TRAUMWELTSUCHER – Schlafen auf dem Wind, / wo deine Bilder sind, / das wünsche ich mir für heute Nacht. / Segeln in deine Zeit / ohne Zwang und Mühe, / das wünsche ich mir für heute Nacht. ~ Ein Traumweltsucher ist / wie Treibgut in der See, / gehört niemandem, weiß nicht wohin, / sucht jedes Mal wieder neu. ~ Schlafen wie der Wind, / der seine Ruhe findet, / das wünsche ich dir für heute Nacht. ~ Segeln durch eine Zeit, / die unendlich weit, / das wünsche ich dir für heute Nacht. ~ Ein Traumweltsucher ist, / wie über den Feldern Nebel. / Die Füße fast am Boden / und doch am Schweben auch. ~ Stille ist nicht leer / treiben in einer Wiege, / das wünsche ich uns für heute Nacht. ~ Nie mehr alleine, / einer gibt dem anderen Halt, / das wünsche ich uns für heute Nacht. ~ Ein Traumweltsucher ist / wie Nebel draußen auf See, / ist voraus nichts  zu sehen, / der Himmel bleibt doch frei.


WULKENKIEKER
2003

Die 14 neuen plattdeutschen Lieder die zeigen, dass Jan Cornelius nicht aufhört seine Träume von einer besseren Welt in seinen Texten und Melodien zu artikulieren. Mit ungebrochener Spielfreude lässt er die Zuhörer an seinem Liederschatz teilhaben. Neben seinem langjährigen musikalischen Partner Klaus Hagemann, der Gitarre und Bass spielt und auch zwei Melodien auf Texte von Jan Cornelius beiträgt, treten bei diesem Album fünf weitere Gastmusiker (Albertus Akkermann, Akkordeon / Tebbe Billker, Keyboards / Tilo Helfensteller, Saxophon, Geigen / Dago de Levie, Bass (Titel 5) / Erwin Wilken, Dbro) in Erscheinung  und empfinden mit ihren Instrumenten die Wolkenbilder nach, die Jan Cornelius mit seinen neuen Liedern malt. Wer sich auf diese Klangwelt einlässt ahnt vielleicht, „was der Himmel sagen möchte, wie kurz die Begriffe reichen, wie konkret alles erscheint und sich dann doch wieder auflöst.“

Titelliste:
  1. Söveneilandleevde (Text und Musik: Jan Cornelius)   3:24
  2. De Wattendüvel (Text und Musik: Jan Cornelius)   3:32
  3. Van unnerwegens (Text und Musik: Jan Cornelius)   3:31
  4. De Suupkopp (Text und Musik: Jan Cornelius)   4:15
  5. Moje Dag (Text und Musik: Jan Cornelius)   3:44
      https://www.youtube.com/watch?v=RyrSmALm_6A
  6. Late Jahr (Text und Musik: Jan Cornelius)   3:37
  7. De Breev (Text: Jan Cornelius / Musik: Klaus Hagemann)   3:41
  8. Wille Gosen (Text und Musik: Jan Cornelius)   3:26
  9. Kinnerogen (Text und Musik: Jan Cornelius)   3:29
10. Wulkenkieker (Text und Musik: Jan Cornelius)   3:05
11. Eerste Leevde (Text und Musik: Jan Cornelius)   4:15
12. Neije Mood (Text: Jan Cornelius / Musik: Klaus Hagemann)   3:20
13. Lüttje Pingelbahn (Text und Musik: Jan Cornelius)   3:15
      https://www.youtube.com/watch?v=a1tGe042OWc
14. Leve oll Gitaar (Text und Musik: Jan Cornelius)   4:40

Die unterstrichenen Titel sind auch im Liederbuch MUSIKGESCHICHTEN zu finden.

15 €, Best.-Nr.: AP-0803-CD
Booklet mit allen Texten und Rohübersetzungen.
c + p ARTyCHOKE Gerd Brandt, Neustadtgödens, 2003
Vertrieb: www.artychoke.de, e-mail: info(at)artychoke.de
oder direkt bei Jan Cornelius, e-mail: jan.cornelius(at)t-online.de


WATERDANZ
2001

Zu WATERDANZ schreibt Jan Cornelius in seinem 2019 erschienen Liederbuch „Musikgeschichten“: Bei der Produktion des gleichnamigen Albums kam es nach über 15 Jahren wieder zu einer Zusammenarbeit mit meinem Bruder Jürn, in dessen Studio in Varel Klaus Hagemann und ich unsere gemeinsam entwickelten Arrangements der Lieder einspielten und Jürn nicht nur die technische Seite betreute, sondern auch einige Instrumente ergänzte. Entstanden ist ein textlich und musikalisch sehr persönliches, fast familiäres Album, das einen ganz eigenen Charme entwickelt.

Michael Wolf schreibt im Folkmagazin Dez. 01/Jan. 02:
Mit der aktuellen CD-Veröffentlichung „Waterdanz“ besinnt sich Jan Cornelius wieder auf seine musikalischen Wurzeln. … Der Sound nähert sich wieder alten Folktagen an. … Die Texte sind anspruchsvolle vertonte Lyrik. Besonders gefallen mir die Titel „Wunnerlik“ (schwungvolles Gitarrenstück) und die beiden ruhigen Balladen „Water so wied“ und „Fröstklaar de Nacht“.

Titelliste:
  1. Alltied weer (Text und Musik: Jan Cornelius)   4:46
  2. Waterdanz (Text und Musik: Jan Cornelius)   3:49
  3. Wunnerlik (Text und Musik: Jan Cornelius)   3:05
  4. Regen (Text und Musik: Jan Cornelius)   3:50
  5. Water so wied* (Text und Musik: Jan Cornelius)   4:04
  6. Koom dicht bi (Text und Musik: Jan Cornelius)   3:25
  7. Dat Lengenland (Text und Musik: Jan Cornelius)   3:24
  8. Vaders Biller (Text und Musik: Jan Cornelius)   2:50
  9. Dat Seewievke van d‘ Eems (Text und Musik: Jan Cornelius)   3:01
10. Kimmkiekenwied (Text und Musik: Jan Cornelius)   4:06
11. Novembermaant (Text und Musik: Jan Cornelius)   3:21
12. Tüsken de Jahren (Text und Musik: Jan Cornelius)   3:03
13. Fröstklaar de Nacht (Text und Musik: Jan Cornelius)   3:46
14. Lange Winter (Text und Musik: Jan Cornelius)   4:04
* in Anlehnung an eine engl. Volksweise

Die unterstrichenen Titel sind auch im Liederbuch MUSIKGESCHICHTEN zu finden.


Booklet mit allen Texten und Worterklärungen.
c + p ARTyCHOKE Gerd Brandt, Neustadtgödens, 2001
Vergriffen – Reprint on demand anzufragen bei
Jan Cornelius, e-mail: jan.cornelius(at)t-online.de


TÖVERLAND
1998

TÖVERLAND, „Zauberland“ nennen die Juister ihre Insel. Im Titelstück seiner CD besingt Jan Cornelius das Eiland. „Töverland“ steht aber auch für den Zauber, der seine Lebensinsel Ostfriesland immer wieder auf ihn ausübt. Und er wird nicht müde davon zu singen.
Wohlgemerkt von dem Ostfriesland, wie er es sieht, und das ist längst nicht nur eine Idylle. Für Jan Cornelius ist es ein Landstrich, der vom Heute einer modernen Gesellschaft mit all ihren Einflüssen geprägt ist. So besingt er auf dem Album zwei Mal die Ems. In „Mien Stroom“ geht es um die beruhigende Wirkung, die der Fluss auf ihn ausübt, in „De Diekloper“ prangert er an, dass diejenigen, die vor der Verschandelung des Flusses warnen, als Narren dargestellt werden, weil niemand deren Worte hören will.
Nach seiner letzten Themen CD „Windgesang“ ist vorliegendes Album wieder sehr persönlich (Spöölmann). „Ich führe Tagebuch in Form von Liedern“, so Cornelius, „viele Menschen finden sich darin wieder.“ Und so singt er eben von Liebe (Dagen mit di) und Trennungsschmerz (15 Jahr mitnanner), Jugendarbeitslosigkeit (Sesstein) und gesellschaftlichen Entwicklungen (De Pries); immer mit Bezug auf seine ostfriesische Heimat.
Produziert wurde „Töverland“ federführend von Gerd Brandt, dessen LAWAY-Musiker (Petra Fuchs, Tilo Helfensteller, Jörg Fröse, Wolfgang Höfer) Jan Cornelius und seinen Gitarristen Klaus Hagemann musikalisch unterstützt haben. Entstanden ist das bisher aufwändigste Jan Cornelius Album.

Titelliste:
  1. Töverland
(Text und Musik: Jan Cornelius)   4:05
      https://www.youtube.com/watch?v=c9N7ij_uopc
  2. Mien Stroom (Text und Musik: Jan Cornelius)   3:14
      https://www.youtube.com/watch?v=RyrSmALm_6A
  3. Spöölmann (Text und Musik: Jan Cornelius)   4:22
  4. Spoor van güstern (Text und Musik: Jan Cornelius)   2:57
  5. Sesstein (Text und Musik: Jan Cornelius)   3:28
  6. Vörjahr (Text und Musik: Jan Cornelius)   2:58
  7. De Clown (Text und Musik: Jan Cornelius)   5:50
      https://www.youtube.com/watch?v=Cghkrf-VIxk
  8. So warm (Text und Musik: Jan Cornelius)   3:32
  9. Alle Tied (Text und Musik: Jan Cornelius)   3:37
      https://www.youtube.com/watch?v=tPL9FETqZQw
10. De Diekloper (Text und Musik: Jan Cornelius)   4:04
11. Sömmer (Text und Musik: Jan Cornelius)   3:05
12. 15 Jahr mitnanner (Text und Musik: Jan Cornelius)   3:58
13. Dagen mit di (Text und Musik: Jan Cornelius)   4:22
      https://www.youtube.com/watch?v=CkE_ghDvR6Q
14. De Pries (Text und Musik: Jan Cornelius)   3:38
15. Weest bedankt (Text und Musik: Jan Cornelius)   3:40

Die unterstrichenen Titel sind auch im Liederbuch MUSIKGESCHICHTEN zu finden.

Booklet mit allen Texten und Worterklärungen.
c + p ARTyCHOKE Gerd Brandt, Neustadtgödens, 1998
Vergriffen – Reprint on demand anzufragen bei
Jan Cornelius, e-mail: jan.cornelius(at)t-online.de


WINDGESANG
1997

WINDGESANG ist ein Gemeinschaftsprojekt von Jan Cornelius mit Klaus Hagemann und der Gruppe LAWAY nach einer Idee von Jan Cornelius, produziert von Gerd Brandt und Friedrich Thein. Es ist ein Themenalbum zu Mühlen, Müllern und Wind. Das Spektrum der Stücke geht vom Mühlentanz aus dem16. Jh. über das Mühlensterben in den 50er Jahren bis hin zu den modernen Windkraftanlagen. Übertragungen aus dem Angelsächsischen stehen neben Vertonungen ostfriesischer Schriftsteller/-innen und eigenen Liedern zum Thema, musikalisch breit gefächert vom einfach zur Gitarre gesungenen Lied über mehrstimmigen voll instrumentierten Balladen bis hin zu voluminösen schwungvollen Tänzen.

Titelliste:
  1. De Windmöhlen (Text: Oswald Andrae / Musik: Bell/Höfer)   3:20
  2. Wi (Text: Jan Cornelius / Musik: Jan Cornelius, Klaus Hagemann)   4:38
      https://www.youtube.com/watch?v=XhGh7AKILF4
  3. En Möhlen weer mien Freide (Text: Rudolf Bruns / Musik: Gerd Brandt)
      Munniera „Buzos Verdes“ (trad. aus Galizien)   2:28
  4. Bi Wind un Weer (Text: trad. aus den Appalachen, plattdt. Jan Cornelius / Musik: trad.)
      An Feochan (The Gentle Breez) (Musik: Tommy Peoples)   5:45
  5. Uns Möhlen (Text: Johann Schoon / Musik: Klaus Hagemann)   3:32
  6. Anna (Text: Heiko Ahrend/Jan Cornelius / Musik: Heiko Ahrend)   3:10
  7. Flögels stahn – Flögels gahn
      A)
(Musik: Wofgang Höfer) B) The fit is come over me now (trad.)   3:14
  8. Windgesang (Text und Musik: Jan Cornelius)   3:46
  9. De stolte Müllersmann (Text: Jan Cornelius / Musik: Gerd Brandt)   1:54
10. De deevske Müller (Text: trad./Gerd Brandt/Cornelia Nath / Musik: trad.)   4:46
11. La Mouline (Musik: nach Praetorius 1615, trad. arr. LAWAY)   2:15
12. Olle Watermöhlen (Text: Wilhelmine Siefkes / Musik: Jan Cornelius)   1:27
13. Möhlens van vandaag (Text: Jan Cornelius / Musik: Si Kahn)   4:46
14. Wind (Text: Wilhelmine Siefkes / Musik: Klaus Hagemann, Jan Cornelius)   3:26
15. Müllerdanz (Textbearb. Gerd Brandt / Musik trad. aus dem Emsland)   2:48
16. Dieksmöhlenleed (Text: Jan Cornelius nach D. Plenter / Musik: Jan Cornelius)   2:46
17. Avend (Text: Berend de Vries / Musik: Gerd Brandt) 4:33

Die unterstrichenen Titel sind auch im Liederbuch MUSIKGESCHICHTEN zu finden.

15 €, Best.-Nr.: AP-0797-CD
Booklet mit allen Texten, ausführlichen Kommentaren und Rohübersetzungen.
c + p ARTyCHOKE Gerd Brandt, Neustadtgödens, 1997
Vertrieb: www.artychoke.de, e-mail: info(at)artychoke.de
oder direkt bei Jan Cornelius, e-mail: jan.cornelius(at)t-online.de


KANDIDEL
1996/2020

Um das Jahr 1990 begann Jan Cornelius eigene Kinderlieder zu schreiben, vor allem auch, um damit Kindern einen Zugang zur plattdeutschen Sprache zu ermöglichen. In unzähligen Auftritten in Kindergärten und Schulen sowie als Referent auf Fortbildungen brachte er diese zu Gehör. Dabei wurde immer wieder der Wunsch nach einem Liederheft mit all seinen Songs, die bisher verstreut auf verschiedenen Tonträgern zu finden waren, an ihn herangetragen. Gerd Brandt von ARTyCHOKE hat diese Idee aufgegriffen und mit Unterstützung des Vereins Oostfreeske Taal mit KANDIDEL diese und dazu noch zwölf neue Kinderlieder von Jan Cornelius gebündelt herausgebracht.
Weitere Infos unter LIEDERBÜCHER.

Titelliste:
  1. Swien un Biggen (
Text: Jan Cornelius nach F. Vahle / Musik: trad.)   2:11
 2. Kinnerland-Piraten (Text: Jan Cornelius / Musik: Wolfgang Höfer / Gerd Brandt)   3:28
      Störtebeker-Danz (Musik: Wolfgang Höfer)   1:06
  3. Lütt witte Vögel (Text: Udo Franken / Musik: Jan Cornelius)   2:02
  4. Kaugummileed (Text und Musik: Jan Cornelius)   1:39
  5. Banana (Text und Musik: Jan Cornelius)   2:54
  6. Hatschi Aha (Text und Musik: Jan Cornelius)   3:09
  7. Kindje will danzen (Text: Greta Schoon / Musik: Jan Cornelius)   2:15
  8. Derenraadselleed (Text und Musik: Jan Cornelius)   4:03
  9. De Slaapmütz (Text: Greta Schoon / Musik: Jan Cornelius)   2:06
10. Dagenleed (Text und Musik: Jan Cornelius)   2:51
11. Klörenleed (Text und Musik: Jan Cornelius)   1:56
12. Lüttje Aal – dicke Waal  (Text und Musik: Jan Cornelius)   2:18
13. Danzleed (Text: Greta Schoon / Musik: Jan Cornelius)   2:18
14. Ik loop mit mien Lateern (Text und Musik: Jan Cornelius)   1:53
15. Ik frei mi so (Text und Musik: Jan Cornelius)   2:28
16. Nu kummt he bold (Text: Greta Schoon / Musik: Jan Cornelius)   1:27
17. Mama, segg, de Wiehnachtsmann (Text und Musik: Jan Cornelius)   2:10
18. Sleefahren  (Text und Musik: Jan Cornelius)   2:15
19. De Sneei, de bappt ( Text und Musik: Jan Cornelius)   1:13
20. De Ball (Text: Jan Cornelius nach K.H. Bomberg/ Musik: K.H. Bomberg)   2:53
21. Robby Roboter (Text und Musik: Jan Cornelius)   3:49
22. Friederieken (Text und Musik: Jan Cornelius)   2:26
23. Wiebke Wüppsteert (Text und Musik: Jan Cornelius)   2:48
24. Greta (Text: Greta Schoon / Musik: Jan Cornelius)   3:12
25. Kli – Kla – Klauterboom (Text und Musik: Jan Cornelius)   3:24
26. Inslaapleed (Text und Musik: Jan Cornelius)   3:25

Die unterstrichenen Titel sind auch im Liederbuch MUSIKGESCHICHTEN zu finden.

15 €, Best.-Nr.: AP-1020 LB
Liederheft mit CD, 26 Titel mit Noten und Anmerkungen.
c + p ARTyCHOKE Gerd Brandt, Neustadtgödens, 1996/2020
Vertrieb: www.artychoke.de, e-mail: info(at)artychoke.de
oder direkt bei Jan Cornelius, e-mail: jan.cornelius(at)t-online.de

oder auch im Buchhandel


TIEDENLOOP
1994

TIEDENLOOP ist eine ruhige, lyrische Platte. Die Texte sollen im Vordergrund stehen, die Begleitmusik beschränkt sich fast ausschließlich auf zwei Gitarren. Alle Lieder wurden von Jan Cornelius zwischen 1990 und 1994 geschrieben. Persönliches und Zeitgeschehen kommen zum Tragen. In „Halvtied“ blickt er augenzwinkernd auf seine ersten 40 Jahre zurück. „Mien Eiland“ ist eine Liebeserklärung an Ostfriesland. In „Amsterdam“ beschreibt er jugendliche Sehnsucht nach Freiheit. In „Mörgendook spiegeln sich seine Empfindungen beim Fall der Mauer und „Wo lang nu al“ handelt von der Friedenssehnsucht, entstanden unter dem Eindruck des Golfkrieges. Chansons wie „Güstern“ wechseln ab mit Liebesliedern wie „Mien Flinderke“. In dem Titelsong „Tiedenloop“ finden sich philosophische Gedanken und mit „Moder“ setzt er nicht nur seiner Mutter ein Denkmal.

Heiner Schröder schreibt in der Ostfriesen-Zeitung vom 9.Dezember 1994:
„Die Beschränkung auf das Wesentliche, der Verzicht auf üppige musikalische Begleitung und die Betonung des Textes verlangen dem Hörer eine intensive Beschäftigung mit der Platte ab. Das ist zwar nicht unbedingt verkaufsfördernd, … schafft aber eine spürbare Harmonie zwischen dem Klang der Musik und dem Klang der plattdeutschen Sprache.“

Titelliste:
  1. Du un ik (Text und Musik: Jan Cornelius)   3:17
  2. Amsterdam (Text und Musik: Jan Cornelius)   5:47
  3. Mien Eiland (Text und Musik: Jan Cornelius)   3:23
  4. Halvtied (Text und Musik: Jan Cornelius)   4:14
  5. Güstern (Text und Musik: Jan Cornelius)   2:22
  6. Winterdaagse Keierpadd (Text und Musik: Jan Cornelius)   3:30
  7. Moder (Text und Musik: Jan Cornelius)   3:31
      https://www.youtube.com/watch?v=4Hm1IowL4pY
  8. Tiedenloop (Text und Musik: Jan Cornelius)   3:57
  9. Böskuppbülten (Text und Musik: Jan Cornelius)   3:56
10. Mitnanner leven (Text und Musik: Jan Cornelius)   3:11
11. Mien Flinderke (Text und Musik: Jan Cornelius)   2:16
12. Mörgendook (Text und Musik: Jan Cornelius)   3:29
13. Wo lang nu al (Text und Musik: Jan Cornelius)   2:47
14. Sporen (Text und Musik: Jan Cornelius)   2:32

Die unterstrichenen Titel sind auch im Liederbuch MUSIKGESCHICHTEN zu finden.

c + p ARTyCHOKE Gerd Brandt, Wilhelmshaven, 1994
Vergriffen – Reprint on demand anzufragen bei
Jan Cornelius, e-mail: jan.cornelius(at)t-online.de

Rohübersetzungen:

1. DU UND ICH – Kommst du vom Binnenland, / siehst Meer und weißen Strand, / meinst du die Freiheit zu sehn. / Kommst du mit dem Schiff von See her, / meinst du, nun bin ich frei, / siehst du das Land satt und grün. / / Land und Meer // Wenn laut der Herbstwind weht, / Regen ans Fenster schlägt, / träumst du von Wärme und Sonne. / Wenn‘s in der Sommerhitze glühend vom Himmel beißt, / suchst du nach Schatten manche Stund‘. // Sonne und Schatten // Weiß nicht, was mich erwartet, / lang wird mir diese Nacht, / bin wach, wollt sie doch schnell vergehen. / Nun kommt der eine Tag, der sagt wie ´s werden mag, / hätte ich ihn erst überstanden. // Tag und Nacht // Bin ich wie Land oder Wetter? / Bist du wie Sonne oder Meer? / Von welcher Seite betrachten wir das? / Was ich als Freiheit ehre, / trifft dich als Schatten, tut weh, / du und ich, ob das noch sein kann? // Du und ich // Sonne und Schatten, Land und Meer, / Du und ich, Tag und Nacht.

2. AMSTERDAM – In ihrem kleinen Kämmerchen / unterm Dach im Elternhaus / sitz sieh allein / leer und müde. / Sie denkt über‘s Leben nach / was es ihr bringt mit 16 Jahren, / niemand versteht / wie es ihr geht. / Im Radio die Schmusesongs, / Regen tropft an die Fensterscheibe, / das Bild  vor ihren Augen  steht, / von der Stadt, wo ´s Leben anders geht: // Refrain: Amsterdam, Amsterdam, / ich will nach Amsterdam, / das saß ihr tief im Kopf, /  niemand kam dagegen an. / Amsterdam, Amsterdam, / da fängt das Leben an, / Amsterdam, Amsterdam, Amsterdam. Um Punkt fünf Uhr früh am Tag / geht sie heimlich aus der Tür, / fühlt sich frei / im ersten Licht. / Sie schaut nicht mehr zurück, / reißt sich los von Mutters Schürze, / löst das Band / mit eigner Hand. / Mit dem Daumen im Wind steht sie an der Straße, / die Reise hin zu ihrem Traum beginnt, / mit dem Walkman auf lacht sie und singt / von der Stadt, die keinen zu etwas zwingt: // Abgekämpft aber froh kommt sie an, / wirft sich in das Menschengetümmel, / im Coffeeshop / probiert sie aus. / Liegt am Bahnhof in der Sonne, / greift zur Flasche von ihren Freunden, / spricht und lacht, / nie ganz leise. / Niemand stört die Farbe im Haar, / das Loch in der Hose, / der Ring in der Nase, / niemand fragt sie, wie lange, wohin, / und sie ist keine Nacht allein:// In ihrem kleinen Kämmerchen / unterm Dach, sie ist wieder zu Hause, / liegt sie allein, / bleich und müde. / Sie denkt über gestern nach, / was es ihr brachte mit 16 Jahren, / wer versteht, / wie es ihr geht?

3. MEINE INSEL – Wie oft stand ich als kleines Kind / am Deich, ließ all die Schiffe passieren, / sah fremde Fahnen wehen im Wind, / ich wollt so gern die weite Welt verstehen. / Mit 16 wurde es mir zu beengt / in meinem kleinen Dorf, wollte weg / von allem, was mir so vertraut; / wusste damals noch nichts von dem, was ich nun sage: Refrain: Zu Haus ist meine Insel, / der Hafen bist du, / mein Lied ist ein Keim nur / im Garten meiner Sprache. Lang habe ich gedacht ein Land ist mein / wo immer der Zitronenbaum blüht, / wo jeder teilt mit mir roten Wein, / und wo das ganze Jahr die Sonne glänzt. / Wie oft war ich auf Reisen, haben gemeint: / Du brauchst für dich kein festes Ufer. / Und haben sich mir auch viele angedient, / war ich doch schnell vergessen überall. // Und träum ich mal in schlechter Zeit, / ich wäre in der blauen Südsee gern, / und treibt mich der Schabernack soweit: / Du schwimmst zum Nordpol hin zum Russisch lernen! / Dann schau ich wie der graue Nebel / das Watt macht zu einer Welt ohne Ende, / und horche auf meinen Nachbarn auch, / und weiß, dass ich mich an nichts anderes gewöhnen werde.

4. HALBZEIT – Nun bin ich vierzig Jahre / schon auf dieser blauen Erde / und habe doch ein Fühlen, / als ob gestern das erst wäre, / dass ich Stichlinge fing, / mit meiner kleinen Freundin ging, / hab das erste Bier probiert, / für meine Laufbahn was studiert. / Aber wenn ich tief dann ich mich gehe, / ist ´s soweit, das ich verstehe: / Ich bin schon in der zweiten Halbzeit meines Lebens. // Nun komm ich in das Alter, wo ´s beginnt, dass man was erbt, / und wo Gedanken entstehen, / dass man selber bestimmt auch mal stirbt. / Jeder redet dich mit „Sie“ an, / lange-Haar-Zeit ist vorbei. / zu lange Feiern geht nicht mehr, / Rockmusik wird dir zu laut. / Werde ich meines Spiegelbilds gewahr, / dann wird es mir schnell klar: Ich bin schon in der zweiten Halbzeit meines Lebens. // Nun bemerke ich, dass ich genauso / wie mein Vater aussehe. / Und ich begreife: Eine Liebesnacht / ist schon früh zu Ende. / Das Erzählen fängt nun an, / was ich tat als kleiner Jan, / mein alter Bart wird nun etwas grau / und meine Lieder klingen schlau. / Schau ich heute auf mich zurück, / sage ich froh und ohne Klage: / Ich bin schon in der zweiten Halbzeit meines Lebens. // Nun weiß ich, dass ich auch ein / Kindskopf geblieben bin als Mann. / Der Unterschied ist nur, dass ich / Träume nun bezahlen kann; / spiel noch immer gern mit Feuer, tu noch oft, was ich nicht soll. / Aber das ist nun wohl etwas wehrt, / würde ich sonst gefragt oder geehrt? / Meine vierzig Jahre hab ich gern, / und für mich ist es kein Erschrecken: /Ich bin schon in der zweiten Halbzeit meines Lebens.

5. GESTERN – Gestern war‘s, / da lief alles was ich tat verkehrt, / all mein Hoffen und Fühlen wurde verletzt. / Gestern hat mich so erschrocken. // Mit einem Mal, / kam es wie ein Unwetter auf mich nieder, / auf einen Schlag hin wurde aus Freude Qual. / Seit gestern ist mir alles egal. // So lange Zeit / war ich froh / aber nun jagt mir das Herz. // Sehnsucht bleibt, / sie treibt fort / hin zu dem, / was gestern war, / was gestern war. // Gestern noch / so viel Wärme mir die Liebe brachte, / anders dreht die Welt nun, als ich dachte, / wie oft denk ich an gestern noch?

6. WINTERLICHER SPAZIERWEG – Der Deich läuft wie ein weißes Band / entlang dem grauen Wasser. / Das Schilf steht gelb, kahl und schlank / mit seinem weißen Kopf im Wind. / Nasenflügel zittern vor Kälte, / nach Zehen greift der Frost. / Wenn ich ganz dicht dich bei mir halte, / wie schnell wir uns dann warm sind. // Refrain: Winterlicher Spazierweg, / mit dir zusammen den Deich entlang, / winterlicher Spazierweg, / den Deich entlang mit dir. // Ein Bussard steht fast still in der Luft, / eine Krähe zieht hoch ihre Bahn. / Eisschollen treiben mit der Flut / gegen Buhnen. / Schnee knirscht unter dem Schuhwerk hinweg, / Atem fängt sich im Bart. / Wenn ich meinen Arm dann um dich leg / kann uns kein raues Wetter etwas anhaben. // Wir laufen, wo noch niemand gewesen ist: / Einsam bleiben Spuren. / Das Deichvorland liegt so still und kahl, / weißes Laken unberührt. / Hoch reckt sich ein einzelner Baum / weit entfernt vom Wasser, / sieht aus, als wenn er riefe: Du komm! / Aber nichts führt mich von dir fort. // Nun müssen wir wieder nach Hause gehen, / durch den Deichdurchlass hin ins Dorf. / Das Weiß verliert schon von seiner Kraft / in der Winterdämmerung. / Licht scheint nun durch manches Fenster, / das zeigt uns den Weg. / Ich freue mich auf unsere warme Stube / und dass ich bei dir bin.

7. MUTTER – Lange habe ich gegrübelt ein Lied dir zu schreiben, / wusste nicht, wie ich es sagen sollte. / Was ich auch aufschrieb konnte so nicht stehen bleiben, / weil mir alles so abgegriffen klang: / dass du für mich sorgtest, / und schenktest mir das Leben, / dass du nicht viel nachfragtest, / mir Wärme zu geben. // Dann hab ich nachgedacht, / wie es wirklich wohl gewesen ist, / unser erstes Jahr so miteinander. / Wie oft du aufstandest, / mir die Brust gabst für eine lange Zeit, / hast nach meinem schweren Atem gelauscht. / Hast mich immer gewickelt, / hattest Windeln zu spülen, / oft hat dich mein Strahl getroffen, / war das ein eigenartiges Fühlen? // Die Schulzeit, das Lernen und die Reifungsjahre / hast du mit mir überstanden. / War ich zu laut, bist du mir über den Mund gefahren, / warst gut zu meiner ersten Freundin. / Konntest immer gut zuhören, / wenn mir eine Liebe verging. / Erzählen von früher, / half deinem kleinen Jungen. // Lief das auch mal quer, an meinem Tun nahmst du teil, / hast oft ein Wort dazu gesagt. / Ich begriff das nicht gleich, / aber insgesamt gesehen, / hattest du doch meistens recht. / Heute kann ich sagen, / wie sehr es mich freut, / wenn bei deinen Überlegungen, auch um meinen Rat es dir geht. // Mutter.

8. ZEITENLAUF – Das letzte Blatt vom Herbstbaum weht, / das Wetter zeigt uns seine kalte Seite. / Das Leben schläft, aber der Zeiger dreht, / für einen Menschen das Ende seiner Zeit. / Die Hände faltig, grau das Haar, / im Kopf noch manchen Plan, / das Wort wird schwächer, Atem geht schwer, / liegen, zittern – ‘rübergehen. // Mensch, du meinst, dein Weg ist weit, / aber du bist doch nur / ein Augenblick in der Zeit./ Und doch bringt jeder, / seine besondere Farbe ins Bild, / genauso wie es der Pflastermaler tut, / der all seine Kraft in ein Werk legt, / das schon bei einem kleinen Regenschauer vergeht. // Der Frühling kommt, wie ´s keimt und blüht, / Sonne macht uns die Gedanken froh. / Das Leben erwacht, der Zeiger dreht: / für ein Kind der Schritt in die Zeit. / Die Haut so faltig, / dünn das Haar, / ein Schnitt von der Mutter fort, und dann / ist der Atem und das Schreien auch schon da. / Irgendwo fängt der Kreis wieder an. // Kind, du weißt noch nicht wie weit, / und wohin es geht / in deinem Augenblick von Zeit. / Und doch bringst auch du / deine besondere Farbe ins Bild, / so wie es der Pflastermaler tut, / an dessen Werk und Phantasie, / sich jeder, der vorbei läuft, eine kurze Zeit lang freut.

9. NACHRICHTMASSEN – Ist es dir schon passiert / – was ich erlebt habe – / dass da durch das rechte Ohr / dir schnell etwas in den Kopf schwebt; / saust dort hin und her, / sorgt mit Macht dafür, / dass ich nur noch gucken kann, / von jetzt bis vor meine Tür. Refrain: So sitz ich hier / und sorge mich, / dass die Mühle dreht. / So sitze ich hier, / lausche, / wie der Kirchturm schlägt. Tag für Tag werde ich, / viel von dem gewahr, / was alles auf der Welt geschieht, / aber das Verstehen ist schwer. / Von all dem, was ich höre / weiß ich nichts genau, / denk ich über eine Sache nach, / kommt die nächste viel zu schnell. // Nachrichtmassen und / die eine Frage verdrießt: / was einzeln ich begreife / nur insgesamt bedeutet. / Verloren ist mein Maß / für richtig und verdreht. / wo das Wort von heute doch oft / morgen nichts mehrt heißt.

10. MITEINANDER LEBEN – Wie lange geht unsere Fahrt durch die Zeit / auf dem Schiff: Miteinander leben? / Steht erst der Plan, dann ist es bald soweit: / Bauen und zimmern, etwas eine Form geben. / Segel aufziehen, hinaus auf die See, / sich alles begucken, denn alles ist neu! // Wie lange geht unsere Fahrt durch die Zeit, / auf dem Schiff: Miteinander leben? / Kommt mal ein Sturm, er reißt dich auf die Seite: / Zwei packen an. Angst wird vertrieben, / Tage kein Wind, zwei überstehen, / dann weht er stetig, das Schiff zieht seine Bahn! // Wie lange geht unsere Fahrt durch die Zeit / auf dem Schiff: Miteinander leben? / Läuft eines Tages ein, in den Hafen von weit: / Eine Stelle am Kai, zum Deich hin weist der Steven, / immer noch stolz, die Planken sind gut, / darauf zu leben in Wärme voll Mut.

11. MEIN SCHMETTERLING – Dir gebe ich schon, meine Liebste, so lange Zeit, / was ich an Liebe hab, du machst mich froh. / Du ich mag dich, / mein Schmetterling. // Du gibst mir, was ich brauche, dein Mund so fein, / leicht wie ein Flügelspiel im ersten Sonnenschein. / Du ich mag dich, / mein Schmetterling. // Dein Flattern im Licht, / wie oft mein Sehnen, / auf und nieder / mit dir zu fliegen. // Bei manchem scharfen Wind, macht der Alltag mich mürbe, / mein Hoffen und mein Halt, deine Flügelfarbe. / Du ich mag dich, / mein Schmetterling.

12. MORGENNEBEL – Morgennebel zieht über ´s Land, / deckt alles ruhig zu. / Friedensschleier, weiße Wand? / Was bedrückt mich so? // Schimmernd schneidet die rote Sonne / ihr Licht durch ´s schwebende Meer, / ich fahr durch die Morgenstund‘, / gestern tut mir weh. // In mir das Gefühl, / du wirst mich verlassen, / ein Riss läuft zwischen dir und mir, / ich kann dich nicht mehr fassen. // Grauer Nebel liegt über dem Land, / verschluckt das Morgenrot, / kriecht mir ins Herz und in den Verstand, / macht Quergedanken tot. // In meinem Ohr nur Klanggewühl, / schwer wird mir das Verstehen, / vor meinen Augen das Bild eine Scherbe, / die Farben sind vergangen. // In mir das Gefühl, / mein Hoffen ist verflogen, / hinter Mauern wurd‘ der Traum / von eine besseren Welt betrogen. // Wörternebel macht alles gleich, / nichts kann man mehr deutlich sehn, / aber Mensch und Mensch wird so nicht gleich, Wahrhaftigkeit ist hin. // In mir das Gefühl, / lügen und versprechen, / das geht durch wie Gleich und Gleich / stehst du oben auf der Leiter.

13. WIE LANGE NUN SCHON – Wie lange nun schon / will ich frei mich singen, / von dem Schmerz in meinem Innern, / der so viel Kraft verzehrt. / Hab‘ so viel Worte ausprobiert, / genau sagt keins, was mich berührt, / wie tief in mir brennt / das Feuer an meiner Seele. // Refrain: Kommt da noch mal die Zeit, / in der wir nicht mehr für den Frieden singen müssen, / gegen Krieg und Hass. / Kommt da noch mal die Zeit, in der wir uns auf uns selbst besinnen können, / und Leben, Leben ist das Maß. // Wie lange nun schon, / sehn wir nur die gleichen Bilder, / als damals die / von Mord in Vietnam. / Geredet haben wir und demonstriert, / Lieder gesungen, was ist geschehen? / Ein Beben im Bauch / legt mich fast lahm. // Wie lange nun schon / leben wir miteinander, / denn immer noch / in dem Neandertal; / jeder sorgt nur, dass er jagen kann, / mit unserem Verstand fangen wir nichts an. / Die Antwort von denken / ist zu oft Gewalt!

14. SPUREN – Spuren / verloren / im Nebel / meiner Gedanken. / Spuren / verloren / wie der Rauch / im Wind // Spuren / verloren / auf dem Weg / hin zu  meinen Träumen. / Spuren / verloren / wie im Watt / nach der Flut. // Spuren / verloren / das Band / hin zu meinem Gestern. / Spuren / verloren / wie ein Pfand / im Spiel. / Spuren / verloren / die Bahn / all meiner Worte? Spuren / verloren / wie eine Träne / im Sand.


EN VÖGELFEER
1994

Diese CD ist eine Hommage an die im März 1991 verstorbene niederdeutsche Lyrikerin Greta Schoon., der Jan Cornelius sehr nahegestanden hat. Gerd Spiekermann schreibt im Booklet der CD: Die besondere Wirkung der Gedichte von Greta Schoon liegt in ihrer Musikalität … und das hat Jan Cornelius gereizt. Er hat die innere Melodie gerade der reimlosen Gedichte aufgespürt und dann in Kompositionen umgesetzt…. Greta Schoons „Kinnerriemsels“ … bringt Jan Cornelius fröhlich zum Klingen. … Die Kompositionen auf dieser CD sind ein Weg zur nicht immer einfachen Lyrik Greta Schoons.
Neben Jan Cornelius (Gesang, Gitarre) und seinem Begleiter Klaus Hagemann (Gitarre, Chorgesang) sind Wolfgang Höfer (Bass, Hackbrett, Banjo, Mandoline) Volker Ueberberg (Percussion) und Jan Holthuis (Concertina) an der von Gerd Brandt aufwändig produzierten CD beteiligt.

Titelliste:
  1. De Slaapmütz (Text: Greta Schoon / Musik: Jan Cornelius)   2:06
  2. Harvst (Text: Greta Schoon / Musik: Jan Cornelius)   2:22
  3. En Vögelfeer (Text: Greta Schoon / Musik: Jan Cornelius)   2:38
  4. Dat wi överleven (Text: Greta Schoon / Musik: Jan Cornelius)   1:12
  5. Snee uo mien Weg (Text: Greta Schoon / Musik: Jan Cornelius)   3:39
  6. Danzlied (Text: Greta Schoon / Musik: Jan Cornelius)   2:17
  7. Slaaplied (Text: Greta Schoon / Musik: Jan Cornelius)   2:08
  8. Trummeln (Text: Greta Schoon / Musik: Jan Cornelius)   1:24
  9. Un du wullt slapen (Text: Greta Schoon / Musik: Jan Cornelius)   2:28
10. Neje Saat (Text: Greta Schoon / Musik: Jan Cornelius)   1:40
11. Griese Stünn (Text: Greta Schoon / Musik: Jan Cornelius)   1:45
12. So witt as Snee (Text: Greta Schoon / Musik: Jan Cornelius)   3:15
13. Siet güstern (Text: Greta Schoon / Musik: Jan Cornelius)   2:16
14. Harvstdrööm (Text: Greta Schoon / Musik: Jan Cornelius)   2:24
15. Kindje will danzen (Text: Greta Schoon / Musik: Jan Cornelius)   2:14
16. Uns egen Straate (Text: Greta Schoon / Musik: Jan Cornelius)   2:39

Der unterstrichene Titel ist auch im Liederbuch MUSIKGESCHICHTEN zu finden.

c + p ARTyCHOKE Gerd Brandt, Wilhelmshaven, 1992
Vergriffen – Reprint on demand anzufragen bei
Jan Cornelius, e-mail: jan.cornelius(at)t-online.de


NEJE MÖRGEN
1990

Dies ist das erste Album, das Jan Cornelius unter seinem eigenen Namen aufnimmt und veröffentlicht. Unterstützt wird er dabei im Wesentlichen von Klaus Hagemann, der seitdem zu seinem kongenialen Begleitmusiker wird. Die Thematik der von Jan Cornelius geschriebenen Lieder resultiert aus den Erfahrungen und Erlebnissen, die er während einer zweijährigen Auszeit mit einem Segelboot im Mittelmeer beschrieben hat (Wulken / Ankern / Mien spanisch Dörp). Aber auch der Blick aus der Ferne auf das ostfriesische Zuhause ist Gegenstand seiner Lieder (De Tied is hen / Kien Arbeit). Ergänzt wird die Palette durch jeweils zwei Vertonungen von Greta Schoon (Harwstdrööm / Vörjahrstied) und Wilhelmine Siefkes (In de Nacht / Dunker Straate). Eine Reminiszenz an seine Folk-Vergangenheit ist „Vigelienland“, eine Übertragung des schottischen „Fidlers Green“, eingespielt mit namhaften ostfriesischen Musikern wie Mense Schwitters (Banjo Gesang), Jan Holthuis (Konzertina), Piet Meyer (Mandola) und Martin Sürth (uillean pipes, tin- und lowhistle).

Titelliste:
  1. Wulken (Text und Musik: Jan Cornelius)   2:33
  2. Sömmernacht (Text und Musik: Jan Cornelius)   1:55
  3. Harwstdrööm (Text: Greta Schoon / Musik: Jan Cornelius)   2:30
  4. Vigelienland (schott. trad., plattdt. Übertragung und Bearbeitung: Jan Cornelius)   4:25
  5. De Tied is hen (Text und Musik: Jan Cornelius)   4:39
  6. Kien Arbeit (Text und Musik: Jan Cornelius )   3:57
  7. In de Nacht (Text: Wilhelmine Siefkes / Musik: Jan Cornelius)   2:26
  8. Duker Straate (Text: Wilhelmine Siefkes / Musik: Jan Cornelius)   2:50
  9. Geev mi dien Hand (Text und Musik: Jan Cornelius)   3:38
10. Ankern (Text und Musik: Jan Cornelius)   3:15
11. Winterblööm (Text und Musik: Jan Cornelius)   2:02
12. Vörjahrstied (Text: Greta Schoon / Musik: Jan Cornelius)   1:39
13. Mien spanisch Dörp ( Text und Musik: Jan Cornelius) 3:12
14. Neje Mörgen (Text und Musik: Jan Cornelius)   2:34

Die unterstrichenen Titel sind auch im Liederbuch MUSIKGESCHICHTEN zu finden.

Booklet mit allen Texten und Worterklärungen.
c + p Groove Music, Gerd Mecklenborg, Emsbüren/Wilhelmshaven, 1990
Vergriffen – Reprint on demand anzufragen bei
Jan Cornelius, e-mail: jan.cornelius(at)t-online.de


STÜNNEN GLIEDEN
1981

STÜNNEN GLIEDEN war die vierte und letzte LP von Jan & Jürn. Sie ist inhaltlich sehr von den Erfahrungen des Duos in der Friedens- und Ökobewegung geprägt und enthält überwiegend selbst verfasste Titel. Das Album wurde wieder in Northeim im Studio von Günter Pauler aufgenommen. Jan Cornelius spielte Gitarre, C-Flöte, Harmonium und sang, Jürn Cornelius spielte Gitarre, Querflöte, Konzertina, C-Flöte, Tabla, Xylophon und sang. Gastmusiker waren an dieser Produktion nicht beteiligt.
Jan Cornelius schreibt dazu 2019 in seinem Liederbuch: Im Jahre 1981 erschien die letzte Jan & Jürn-Langspielplatte „Stünnen glieden“. Gleichzeitig schloss ich in dem Jahr mein Lehramtsstudium ab. Innerhalb des Duos gab es die Diskussion ins Profilager zu wechseln. Jürn befürwortete dies, ich entschloss mich in den Schuldienst zu gehen. Wegen dieser gegensätzlichen Standpunkte, immer größeren künstlerischen Differenzen und unterschiedlichen Lebensauffassungen drifteten mein Bruder und ich in den folgenden drei Jahren mehr und mehr auseinander, was letztendlich zur Auflösung des Duos führte.

Titelliste:
  1. För di un de Freeden (Musik: Jürn Cornelius)
  2. Weerfunnen (Text und Musik: Jürn Cornelius)
  3. Malbrook (Text: trad. / Musik: Jan Cornelius)
  4. De beid Ollen (Text: Hermann Boerma / Musik: Jan Cornelius)
  5. De Pries (Text und Musik: Jan Cornelius)
  6. Lüü koomt binanner (Text und Musik: Jan Cornelius)
  7. Dodenschleier (Text und Musik: Jan Cornelius)
  8. De Dollartfischer (Text und Musik: Jürn Cornelius)
  9. Up Stapp (Text und Musik: Jürn Cornelius)
10. Warkeldag (Text: Jan Cornelius / Musik: Jan & Jürn Cornelius)
11. De Boom (Text und Musik: Jürn Cornelius)
12. En Vögelfeer (Text: Greta Schoon / Musik: Jan Cornelius)

Langspielplatte (LP)
Mit allen Texten
c + p Atelier im Bauernhaus, Fischerhude, 1981
Vergriffen – Anfragen für CD-Reprint bei
Jürn Cornelius, e-mail: juern.cornelius(at)gmx.de


SIET AN SIET
1980

Für ihre dritte LP SIET AN SIET wechselten Jan & Jürn das Plattenlabel und veröffentlichten nun beim Verlag Atelier im Bauernhaus, Fischerhude, weil sie sich dort regional besser vertreten glaubten. Wie auch bei Stockfisch wurde vom Verlag keinerlei Einfluss auf den Inhalt der LP genommen. Musikalisch hatte sich das Duo weiterentwickelt. Der Inhalt der CD spiegelt den Wandel der Brüder von der reinen Folkmusik hin zum eigenen Liedermachen wider. Eines der Stilmerkmale von Jan & Jürn war der zweistimmige Gesang, der besonders in dem Stück „Wagen“ zum Tragen kommt. Wichtig für die Brüder war zu der Zeit auch die Begegnung mit der niederdeutschen Lyrikerin Greta Schoon, deren Text „Goden Mörgen, du Slaapmütz“ sie vertonten und deren Gedicht „Dat wi överleven“ als Motto über dem Album stand.
Jan Cornelius bemerkt dazu 2019 in seinem Liederbuch: Einen großen Einfluss hatte seinerzeit … Greta Schoon (1909-91) auf mich. Ihre emotionalen Gedichte sprachen mich an … . Außerdem vermittelte sie mir viel an Handwerkszeug für den Umgang mit der plattdeutschen Sprache und ermutigte mich Texte zu schreiben, bei denen man mir „in die Seele schauen könne“.

Titelliste:
  1. Siet an Siet (Text und Musik: Jan Cornelius)
  2. Schören un Delen (Text und Musik: Jürn Cornelius)
  3. Tosam‘ (Text und Musik: Jan Cornelius)
  4. Wied so wied (Text und Musik: Jan Cornelius)
  5. Blömen sünd rot (Text und Musik: Harry Chapin, plattdt. Übertr.: Jan & Jürn Cornelius)
  6. Inslaapleed (Text und Musik: Jan Cornelius)
  7. Goden Mörgen, du Slaapmütz (Text: Greta Schoon / Musik Jan Cornelius)
  8. De Seefahrt (trad., Bearb.: Jan & Jürn Cornelius)
  9. De Nonn (trad., Bearb.: Jan & Jürn Cornelius)
10. Wagen (Text und Musik: Jan Cornelius)
11. Mien Vader heet Hans Vogelnüst (trad., Bearb.: Jan & Jürn Cornelius)

Die unterstrichenen Titel sind auch im Liederbuch MUSIKGESCHICHTEN zu finden.

Langspielplatte (LP)
Mit Textbeilage und Übersetzungen
c + p Atelier im Bauernhaus, Fischerhude, 1980
Cover Zeichnung: Peter K. Kirchhof
Vergriffen – Anfragen für CD-Reprint bei
Jürn Cornelius, e-mail: juern.cornelius(at)gmx.de


TO HUUS
1979

Mit TO HUUS gehen JAN & JÜRN neue Wege. In dem Bewusstsein, dass Tradition auch weitergeführt werden muss, stehen eigene Texte und Musiken im Folk-Stil im Mittelpunkt des Albums. Bedingt durch die durch den Tourneebetrieb gewonnenen Eindrücke schauen JAN & JÜRN auch über den ostfriesischen Tellerrand hinaus und setzten z. B. einen Text aus dem Groninger-Land, sowie schottisches musikalisch um.
„To Huus“ wurde im wunderschönen Klosterkellergewölbe-Studio St. Blasien in Northeim aufgenommen. Da die Plattenfirma jetzt auch Vertrauen in das Duo setzte, waren die Produktionsbedingungen andere. Es stand genügend Zeit zur Verfügung, und um einen besseren Sound erreichen zu können, wurden fast alle Instrumente einzeln aufgenommen.

Titelliste:
  1. To Huus (Text und Musik: Jan Cornelius)
  2. Danzlüst (Text: trad. / Musik: Jan Cornelius)
  3. Ik wull enmal spinnen gahn (trad., Bearb.: Jan & Jürn Cornelius)
  4. Fährmann haal over (Text und Musik: Jan Cornelius)
  5. Dat Paradieske (Originaltext: T. de Haan, plattdt. Übertr. und Musik: Jan Cornelius)
  6. De swarte Wulk (Text: Jan Cornelius / Musik: trad)
  7. Hans Einfolt (trad., Bearb.: Jan & Jürn Cornelius)
  8. De Windmöhlen ( schott. orig. Text: Bell, plattdt. Ubertr.: Oswald Andrae / Musik: Bell)
  9. Dat Moor (Text und Musik: Jan Cornelius)
10. En Wicht ut Krummhörn (Text: Jan Cornelius/ Musik: trad.)
11. Achter mien Ogen (Text und Musik: Jan Cornelius)
12. Abend (Text: Jan Cornelius / Musik: trad.)

Die unterstrichenen Titel sind auch im Liederbuch MUSIKGESCHICHTEN zu finden.

Langspielplatte (LP)
Mit Textbeilage und Kommentaren
c + p Stockfisch, Braunschweig, 1979
Vergriffen – Anfragen für CD-Reprint bei
Jürn Cornelius, e-mail: juern.cornelius(at)gmx.de


LIEDER AUF PLATT
1978

Mit LIEDER AUF PLATT legten JAN & JÜRN ihre erste von 4 Langspielplatten (LP Vinyl) vor. Produziert wurde sie damals von Karl Dall. In dessen Mühle in Möhlenwarf nahm Günter Pauler (Stockfisch-Label) die Platte innerhalb von 12 Stunden auf. Das Liedmaterial stammte zum einen aus alten Liederbüchern, zum anderen aus Liedern, die die Folk-Alternative Strackholt bei ihren Feldforschungen entdeckt hatte. Die vertonten Texte sind aus dem Dunkmannschen Ostfriesischen Dichterbuch.
Die Platte entstand als Teil der neuen deutschen Folkbewegung und war Ausdruck des zunehmenden Regionalbewusstseins der Jugend Ende der 70er Jahre. Nach Erscheinen der LP im März 1978 mischte das Duo quer durch die Republik sehr schnell mit im deutschen Folk-Revival. Faszinierend bis heute ist die auf dem Album eingefangene Spielfreude der beiden Brüder.

Titelliste:
  1. Trina kumm maal vör de Döör (trad., Bearb.: Jan & Jürn Cornelius)
  2. He is bleven (Text: J.-F. Dirks /  Musik: Jan Cornelius)
  3. Annmarie kumm danz mit mi (trad., Bearb.: Jan & Jürn Cornelius)
  4. Schövelleed (trad., Bearb.: Jan & Jürn Cornelius)
  5. Ade Marie (trad., Bearb.: Jan & Jürn Cornelius)
  6. De letzte Likedeelers (Text: Berend de Vries / Musik: Jan Cornelius)
  7. Ik un mien Liesbeth (trad., Bearb.: Jan & Jürn Cornelius)
  8. Up d‘ Strohdiek steih en Huus (trad., Bearb.: Jan & Jürn Cornelius)
  9. Dat hebb ik in d‘ Luur (Text: Joh. Esk / Musik: Jan Cornelius)
        https://www.youtube.com/watch?v=8_f3rsWkVI8
10. Bi’t Rammen (Text: trad. / Musik: Jan Cornelius)
11. Wilhelmshoaven an d‘ Noordsee (trad., Bearb.: Jan & Jürn Cornelius)
12. Weegenleed (trad., Bearb.: Jan & Jürn Cornelius)
13. Ik hebb se nich op de Scholen gebracht (trad., Bearb.: Jan & Jürn Cornelius)

Langspielplatte (LP)
Mit Textbeilage und Kommentaren
c + p Stockfisch, Braunschweig, 1978
Vergriffen – Anfragen für CD-Reprint bei
Jürn Cornelius, e-mail: juern.cornelius(at)gmx.de

Außerdem erschienen:

  • LP-Sampler All tosamen in Strackholt, Fischerhude 1980
  • LP-Sampler Musik im Moor, Hildesheim 1984
  • MC-Sampler Alltiet weer in Strackholt, Strackholt 1989
  • MC …un dat was Sömmer, Leer 1989
  • MC Hopp Popp Tirreltopp, Bremen 1991 (plattdeutsche Kinderlieder gemeinsam mit Magret Specht)
  • MC Winterwiehnacht – Kinnertied, Wilhelmshaven 1993 (Artychoke), (plattdeutsche Weihnachtslieder mit Kindern aus Ostfriesland)
  • CD-Sampler Wattenseeland, Wilhelmshaven 1998